Diabetes im Griff

Diabetes im Griff

mit der richtigen Ernährung zu mehr Lebensqualität

4,6 Millionen Erwachsene in Deutschland haben die Diagnose Diabetes mellitus. Das ergab eine vom Robert Koch Institut in Auftrag gegebene Studie über die „Gesundheit in Deutschland“. Darüber hinaus gibt es viele Prädiabetiker, Menschen die sich bereits in einer Vorstufe des Diabetes befinden. Die abgebildete Graphik zeigt die Verteilung des Diabetes mellitus nach Alter, Geschlecht und Sozialstatus.

 

 

Bei vielen Diabetikern bleibt die Krankheit lange Zeit unerkannt, da die Symptome wie z.B. Müdigkeit, Vergesslichkeit oder vermehrter Harndrang nicht zugeordnet werden können. Daher ist die Diagnose meist ein Zufallsbefund bei den Vorsorgeuntersuchungen. Aus meiner Arbeit mit den Patienten kann ich sagen, dass die Diagnose meist ein Schock für die Betroffenen ist. Sie sehen sich konfrontiert mit Blutzuckermessungen, ständigen Berechnungen und lebenslangem Insulinspritzen.

Dabei gibt es neben der medikamentösen Therapie mehrere Grundpfeiler, die zu einem guten Behandlungserfolg bei einem Diabetes mellitus Typ 2 führen. Dazu gehören körperliche Bewegung, Stressabbau, angepasste Ernährung und Gewichtsreduktion.

Warum Gewichtsreduktion? Im Gegensatz zu einem Typ 1 Diabetes, bei dem die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion eingestellt hat, wird beim Typ 2 Diabetes weiterhin Insulin produziert. In welchen Mengen ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wichtig ist, dass das Insulin zwingend gebraucht wird, um den Nahrungszucker aus dem Blut in die Körperzellen zu bringen, wo er zur Energiebereitstellung benötigt wird. Je ausgeprägter der Fettmantel um die Zelle ist und je mehr Zucker der Diabetiker zu sich nimmt, umso wahrscheinlich ist, dass die Bauchspeicheldrüse irgendwann überlastet ist und die Produktion einstellt. Darum ist eine Gewichtsabnahme als ein Baustein der Therapie so wichtig. Jedes Kilogramm Körpergewicht, das der Patient abnimmt, ermöglicht einen leichteren Transport des Zuckers in die Körperzellen. Zur Therapie sollte außerdem auch immer eine auf den Patienten abgestimmte, ausgewogene Ernährung gehören, die den Blutzuckerspiegel konstant hält. In Kombination mit der bereits erwähnten Gewichtsabnahme kann damit die Insulinempfindlichkeit der Zellen verbessert und die Blutzuckerwerte wieder normalisiert werden.

Doch was ist eine ausgewogene Ernährung? Konkrete Angaben machen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Deutsche Diabetes Gesellschaft. Sie geben Zufuhrempfehlungen für Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette und auch für Ballaststoffe und Kochsalz. Langfristige Ziele sind dabei immer das Erreichen von normalen Blutzuckerwerten und Blutdruckwerten, verbesserte Blutfettwerte und das Vermeiden von Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf Erkrankungen und Nierenschäden.

Im Alltag ist es für den einzelnen Patienten oftmals schwierig, diese in Prozent und Gramm angegebenen Empfehlungen umsetzen. „Wieviel Gramm Kohlenhydrate waren jetzt in der Scheibe Brot? War das eine kleine oder eine mittelgroße Scheibe? Darf ich überhaupt noch Marmelade essen? Und was ist der Unterschied zwischen Marmelade und Fruchtaufstrich?“

Es ist unbestritten, dass die Ernährung als ein Therapiebaustein bei der Diagnose Diabetes mellitus Typ 2 eine wichtige Rolle spielt. Bei der Umsetzung der Empfehlungen bieten qualifizierte Fachkräfte konkrete Unterstützung, indem sie die individuellen Bedürfnisse und Vorerkrankungen der Patienten berücksichtigen und eine Anleitung für den Einzelnen geben.

 

 

Über den Autor

Anna Schmitz
Ernährungswissenschaftlerin (Master of science)
Studio für Ernährungsberatung in Hüttenberg-Rechtenbach
Aktuelle Ausgabe4/2017