Biorhythmus: „Die innere Uhr“

Jedes Lebewesen verfügt über einen Tag-/Nachtrhythmus. Diese Prozesse werden über äußere Taktgeber gesteuert. Auf zellulärer Ebene geschieht dies durch Aktivierungen und Blockaden im Bereich bestimmter Gene. Forscher, die diese Vorgänge auf zellulärer Ebene aufgedeckt haben, wurden dieses Jahr mit dem Medizin-Nobelpreis gewürdigt.

Die Bedeutsamkeit dieser Vorgänge hat Auswirkungen auf alle Lebensvorgänge und speziell in verschiedenste medizinische Bereiche.

Viele Hormone unterliegen diesem Tag-/Nachtrhythmus. So ist die Cortisol Ausschüttung in den Morgenstunden am größten.

Schichtarbeit kann mit dem Biorhythmus zu Störungen führen. Bei Schichtarbeit ist möglichst darauf zu achten, dass der Schlaf nach der Schicht nachgeholt wird. Auch sind bestimmte Menschen weniger für Nachtschicht geeignet. Dies betrifft Menschen wie Frühaufsteher oder Menschen, die an Krankheiten wie Schlafstörungen, Depressionen oder Schlafapnoe leiden.

Bei Patienten mit Winterdepression ist eine Lichttherapie hilfreich, um eine Hormonsteuerung anzuregen.

Dies sind nur einige Beispiele, wo die Tages- und Nachtrhythmik eine Rolle spielen. Entscheidend ist, dass diese Tages- und Nachtrhythmik wesentlicher Bestandteil des Lebens ist. Dies bedeutet, dass das Leben nicht dauerhaft gegen die innere Uhr ablaufen kann.

Geschieht dies, so führt es unweigerlich zu Störungen und damit in der Folge

zu Krankheiten. Auch die Wirksamkeit von Medikamenten kann einer Tagesrhythmik unterliegen. Hier könnten zukünftige Studien ebenfalls zu neuen Erkenntnissen auf Grund der durch den Nobelpreis gewürdigten Untersuchungen

beitragen.

Die innere Uhr ist kaum verstellbar oder änderbar, daher sind eigene Aktivitäten darauf abzustellen.

Über den Autor

Dr. med. Wolfgang Bunk
Werksärztlicher Dienst, Wetzlar
Aktuelle Ausgabe1/2018