Ein selbstbewusstes Lächeln

Innerhalb von nur 150 Millisekunden entsteht unbewusst der erste Eindruck, wenn wir einen neuen Menschen kennenlernen. Im Gesicht spielt vor allem das Lächeln eine entscheidende Rolle bei diesem Prozess.

Ein 26-jähriger Patient kam mit folgender Situation zu uns: Schon seit seiner Kindheit störten ihn seine lückig stehenden Oberkieferzähne. Der lückige Stand erinnerte an das typische Milchzahngebiss eines Kleinkindes und so hatte der Patient das Gefühl, dass er vor allem im Berufsleben von Gesprächspartnern nicht ernst genommen wurde. Dies führte dazu, dass er sein sympathisches Lächeln unterdrückte.

Nachdem sich der Patient entschieden hatte, dass er die Situation verändern wollte, besprachen wir mit ihm sämtliche Behandlungsmöglichkeiten. Dazu wurde auch ein Modell angefertigt, womit schon im Vorhinein das Behandlungsergebnis geplant und visualisiert werden konnte. Die einfachste Variante wären Kronen beziehungsweise Veneers, also Keramikschalen, gewesen. Da der Patient allerdings recht stark mit den Zähnen knirschte, wurde sich gegen diese Variante entschieden. Zudem hätte im Rahmen dieser Behandlung auch gesunde Zahnsubstanz entfernt werden müssen. Da sowohl dem Patienten als auch dem Behandler eine möglichst maximale Schonung der Zähne wichtig war, entschlossen wir uns gemeinsam so minimalinvasiv wie möglich zu behandeln.

Konkret hieß das: Kein Wegschleifen von gesundem Zahnschmelz, sondern Verbreiterung der Oberkieferfrontzähne durch Auftragen eines hochmodernen Komposits, welches aus einer Kunststoff-Keramik-Mischung besteht.

In Handarbeit wurden insgesamt acht Zahnflächen neu ausgeformt und so die störenden Lücken geschlossen. Dabei wurde besonders auf das Knirsch-Verhalten des Patienten Rücksicht genommen. Die Behandlung war völlig schmerzfrei, da nicht gebohrt wurde. Somit war auch keine Betäubung notwendig.

In Absprache mit dem Patienten wurde versucht, eine möglichst natürliche und harmonische Stellung der Zähne herzustellen. Das Ziel war es, die vormals auffällige Fehlstellung in eine unauffällige Situation zu bringen, die dem Patienten ein selbstbewusstes Lächeln ermöglicht.

Der Patient war völlig überrascht und glücklich, dass mit überschaubarem Aufwand und völlig ohne Schmerzen und Nebenwirkungen ein ästhetisches Ergebnis erzielt werden konnte, das ihn vollends überzeugte.

Das beschriebene Konzept der minimalinvasiven Behandlungsweise kommt nicht nur bei besonderen Fällen zum Einsatz. Es ist ein Teil unserer Praxisphilosophie: Durch hochwertige Materialien, genug Zeit zum gewissenhaften Arbeiten und der Nutzung einer Lupenbrille, um auch die kleinsten Defekte in der Entstehung erkennen und beseitigen zu können, ist es uns möglich, die Zähne unserer Patienten langfristig zu erhalten. Wo früher noch großflächige Amalgamfüllungen angelegt werden mussten, bei denen auch notwendigerweise gesunder Zahnschmelz entfernt wurde, können heute Kompositfüllungen genutzt werden, die die Zahnsubstanz schonen und gleichzeitig auch noch wie der natürliche Zahn aussehen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es mit den heutigen Materialien und Techniken möglich ist, viele Herausforderungen zu meistern und dabei möglichst schonend ein absolut überzeugendes Ergebnis zu erreichen.

Über den Autor

Oliver Cordes
Oliver Cordes
Zahnarztpraxis Dr. Kai Fischer

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Aktuelle Ausgabe4/2019