„Prä-Rehabilitation“ – Gemeinsam besser mobil

In Deutschland finden jährlich ca. 400.000 Operationen zum künstlichen Hüft- und Kniegelenkersatz statt. Oft geht dem Entschluss für eine solche OP eine lange Leidensgeschichte voran. Durch Arthrose bedingte Schmerzen, Gangunsicherheiten und fehlende Mobilität wird die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.

Wenn die Schmerzmittel nicht mehr ausreichen und der Alltag massiv beeinträchtigt ist, lautet der Ausweg häufig künstlicher Gelenkersatz.

Gemeinsam mit den Lahn-Dill-Kliniken und den MEDIAN Kliniken arbeitet das Rehazentrum kerngesund! im Medi-Center am Klinikum Wetzlar an einem innovativen Konzept zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse nach einer solchen Operation zum Hüft- und Kniegelenksersatz.

Im Gegensatz zum bisher üblichen Vorgehen erhalten die Patienten hierbei bereits vor der Operation eine ambulante Behandlung und eine intensive Vorbereitung. Dies beinhaltet ein vierwöchiges präoperatives Training in Kombination mit physiotherapeutischer Einzelbetreuung, sowie eine Gruppenschulung.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein gezieltes Training vor dem geplanten Eingriff zum Gelenkersatz nachweislich positive Effekte auf die körperliche Leistungsfähigkeit, das Operationsergebnis, sowie die anschließende Rehabilitationsphase haben kann.

Durch das Training wird der Stoffwechsel des gesamten Körpers angekurbelt und die Muskulatur vorbereitend aufgebaut. Das Anknüpfen an bereits bekannte Bewegungsmuster erleichtert zudem den Wiedereinstieg in die Aktivität nach dem Krankenhausaufenthalt.

Außerdem erhalten Sie im Rahmen der „Prä-Rehabilitation“ viele praktische Tipps, die die Eigenständigkeit nach der Operation unterstützen sollen.

Die Patienten werden schon vor dem Eingriff ausgiebig darüber aufgeklärt, welche Bewegungen es nach der Operation zu vermeiden gilt. Es findet Transfertraining sowie die Schulung im richtigen Gebrauch der Unterarmgehstützen statt. Auch der Einsatz von Hilfsmitteln wird geübt. Zusätzlich wird der richtige Umgang mit dem OP-Stress sowie den zu erwartenden Schmerzen vermittelt.

Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die Patienten schon im Krankenhaus selbstständiger handeln können, sich sicherer fühlen und im Idealfall ein kürzerer Aufenthalt in der Klinik nötig ist.

Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Lahn-Dill-Kliniken, den MEDIAN Kliniken und dem Rehazentrum kerngesund! wird eine schnellere Überleitung in die Anschlussheilbehandlung (AHB) gewährleistet. Unser Ziel ist dabei eine schnellere Genesung nach der Operation zu erreichen.

Sie leiden schon seit längerem unter Knie- oder Hüftarthrose und fühlen sich von dem Konzept „Prä-Rehabilitation“ angesprochen? Dann kontaktieren Sie Daniela Seelhof oder Kathrin Bamberger im Rehazentrum kerngesund! dort erhalten Sie weitere Informationen und werden Sie an die entsprechend zuständige Stelle weitergeleitet.

Vielleicht sind Sie schon bald Teil unseres Projekts, wenn es heißt: Gemeinsam besser mobil.

 

Über den Autor

Kathrin Bamberger
Kathrin Bamberger
Teamleitung Physiotherapie, Rehazentrum kerngesund!
Aktuelle Ausgabe1/2020