Schichtarbeit und Gesundheit

Schichtarbeit mit regelmäßiger Nachtarbeit hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Dabei umfasst die Nachtarbeit die Zeit zwischen 22 Uhr nachts und 6 Uhr morgens.

Schichtarbeit führt zu einer erhöhten körperlichen und psychischen Belastung. Damit einhergehend sind ständige Anpassungen des Biorhythmus notwendig. Entsprechende Anpassungsvorgänge fallen mit zunehmendem Alter schwerer. Durch die Anpassungsvorgänge kommt es zu einer Änderung der Wach- und Schlafphasen, wobei diese Umstellung bei Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist.

Auch laufen wissenschaftliche Untersuchungen, ob Nachtarbeit prinzipiell zu einer Krebsgefährdung führen kann. Einzelne Studien machen darauf aufmerksam.

Schichtarbeit und besonders Nachtarbeit erschwert die Teilhabe am sozialen Leben und stellt für Familien eine erhebliche Belastung dar.

Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu stabilisieren, sind Schichtarbeitsmodelle zu empfehlen, die zu einer geringeren Belastung führen. Falls Schichtarbeit unvermeidlich ist, so sind folgende Maßnahmen aus arbeitswissenschaftlicher Sicht sinnvoll:

  • keine dauerhaften Nachtarbeitsplätze
  • bei Möglichkeit sollten maximal drei Nachtdienste hintereinander erfolgen, und die Schichten sollten vorwärts rotieren.

Das heißt, dass nach Frühschicht die Spätschicht erfolgt und auf die Spätschicht die Nachtschicht

  • nach der Nachtarbeit möglichst auf ausreichenden Schlaf achten
  • nach einer Nachtdienstphase 2 freie Tage
  • auf ausreichend lange Erholungszeiten zwischen den Schichten ist zu sorgen
  • Schichtpläne sollten frühzeitig aufgestellt werden, um den Mitarbeitern eine ausreichende

Planbarkeit zu ermöglichen. Dies führt zu weniger Belastung

Darüber hinaus besteht für Mitarbeiter mit regelmäßiger Nachtarbeit die Möglichkeit sich beim Arbeitsmediziner im Hinblick auf Nachtarbeit untersuchen zu lassen. Dies ist durch das Arbeitszeitgesetz geregelt. Für die Mitarbeiter ist diese Untersuchung kostenlos und der Unternehmer hat diese beim betreuten Betriebsarzt zu ermöglichen. Im Rahmen dieser Untersuchung können Maßnahmen zur besseren Bewältigung im Hinblick auf Nachtarbeit besprochen werden, auch kann dabei im Einzelfall medizinisch nachvollziehbar bescheinigt werden, dass Mitarbeiter vom Nachtdienst befreit werden sollen.

Über den Autor

Dr. med. Wolfgang Bunk
Werksärztlicher Dienst, Wetzlar
Aktuelle Ausgabe2/2018