Wenn die Fußsohle schmerzt

Wenn jedes Auftreten Schmerzen verursacht, wird das Gehen zur Qual. Die Erledigung von Alltagsaufgaben ist dann eine Herausforderung und an Sport nicht mehr zu Denken. Oft beginnen die Schmerzen bei längerer Belastung. Später treten sie schon nach dem Aufstehen oder in Ruhe auf.

Was da schmerzt ist eine Faszien- bzw. Sehnenplatte, die den Namen Plantaraponeurose trägt. Es handelt sich dabei um eine Bindegewebsplatte, die an der Ferse beginnt, sich nach vorn ziehend in fünf V-förmig auseinanderlaufende Längsszügel teilt und an den Gelenkkapseln der Zehengrundgelenke endet (siehe Abbildung*). Normalerweise federt diese Sehnenplatte beim Gehen das Körpergewicht ab und schützt die darüber liegenden Fußmuskeln, Nerven und Blutgefäße. Die Schmerzen entstehen, wenn sich die Platte entzündet, man spricht dann von einer Plantarfasziitis. Neben den Fußsohlen kann der Schmerz auch die Fersen miteinbeziehen. Der Fersensporn ist eine Folge bzw. Form der Plantarfasziitis.

Die Beschwerden können lange anhalten. Bei den meisten Betroffenen verschwinden die Schmerzen innerhalb eines Jahres, in ca. 20 Prozent bestehen sie länger und werden chronisch. Dabei verändern sich die biologischen und biomechanischen Eigenschaften des Bindegewebes der Fußsohle durch eine Degeneration. Diese Veränderungen sind oft nicht mehr umkehrbar. Die Patienten entwickeln dann oft ein Schonverhalten, das zu einer Mehrbelastung von Sprung-, Knie- und Hüftgelenken sowie der Wirbelsäule mit nachfolgenden neuen Beschwerden führen kann. Eine frühzeitige Behandlung kann diesen Prozess aufhalten.

Wodurch entsteht die Plantarfasziitis?

Häufige Ursachen sind eine Mehrbelastung der Fußsohlen durch Übergewicht, das Laufen auf einem harten Untergrund über lange Zeit sowie langes Stehen insbesondere bei inadäquatem Schuhwerk. Auch Spreiz- und Hohlfüße, eine reduzierte Beuge- oder Steckfähigkeit des Fußes sowie eine verspannte und verkürzte Wadenmuskulatur begünstigen die Entstehung.

Wie kommt es zur Diagnose?

Die Schilderung der Beschwerden, verbunden mit typischen Ursachen und dem klinischen Untersuchungsbefund ergeben die Diagnose. Ergänzend kann diese durch eine Schnittbildgebung (Ultraschall oder MRT) dargestellt werden.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Physiotherapeutische Maßnahmen mit Dehnungsübungen, Bewegung und Kräftigung stehen am Anfang der Behandlung. Einlegesohlen, Schienen oder Tapes können Linderung verschafften, gehen die Ursachen aber nicht an. Das gleiche gilt für Schmerzmittel und Injektionen. Ein Fersensporn kann mit einer Stoßwellentherapie oft gut behandelt werden. Alternativ oder ergänzend ist eine Vorstellung beim Osteopathen sinnvoll. Hier wird nicht nur die Fußsohle, sondern der Bewegungsapparat insgesamt untersucht um ursächliche Muskelverkürzungen, Verspannungen oder Blockaden zu finden. Letztere können auch an entfernter Stelle, beispielsweise im Becken oder der Wirbelsäule liegen und über eine Muskelkette bis in den Fuß wirken. Die Lösung der ursächlichen Blockaden verbunden mit einem gezielten auf den Patienten abgestimmtem Übungsprogramm führen dann oft zum gewünschten Erfolg.

 

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Claudia Agne

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Aktuelle Ausgabe1/2020