Halten ohne festzuhalten - Kinesiotaping

Kinesiotape wird in unterschiedlichen Bereichen, wie Sport, Training oder Therapie eingesetzt. Im Bereich Physiotherapie handelt es sich um eine ergänzende Therapieform, die die Wirksamkeit einer manuellen Therapie, Krankengymnastik, Lymphdrainage oder Massage unterstützen kann.

Das hierbei verwendete Tape besteht aus einem elastischen Baumwollband, das mit einer Acryl-Klebeschicht versehen ist.

Wie die menschliche Haut ist das Tape sehr elastisch und passt sich somit besonders gut an jede natürliche Bewegung des Körpers an. Das Kinesiotape bleibt je nach Hersteller und Hautbeschaffenheit vier bis sieben Tage auf der Haut kleben.

Kinesiotapes können bei einer Vielzahl von Indikationen angewandt werden. Es bietet den Gelenken und Muskeln Unterstützung und Stabilität, ohne dabei die Beweglichkeit zu hemmen. Dadurch wird der körpereigene Heilungsprozess stimuliert.
Zu den Anwendungsgebieten zählen Muskelverletzungen (wie z. B. Zerrungen, Überlastung, Entzündungen), Gelenkbeschwerden und Bandverletzungen (Überlastung, Bänderriss).
Auch bei Migräne und Wassereinlagerungen (Ödemen) oder zur Narbenbehandlung können spezielle Tapes verwendet werden. Sportler nutzen Kinesiotape prophylaktisch zur Gelenk- und Muskelstabilisation vor dem Training oder Wettkampf.

Aber was hat es eigentlich mit der Farbe auf sich? Auch die Farbe des geklebten Tapes hat einen therapeutischen Einfluss. Die Farben des Tapes beruhen auf der kinesiologischen Farbtherapie. Hierbei steht Rot und Pink für Anregung, Durchblutung, Wärme und Vitalität und ist damit eher bei Verspannungen geeignet.

Blaue Farbe wirkt dämpfend, kühlend und entzündungshemmend. Sie wird häufig bei Prellungen oder Muskelverletzungen eingesetzt.
Natürlich gibt es auch neutrale Farben wie beige oder schwarz, die unauffällig geklebt werden können.

Je nach Indikation werden die Muskeln und Gelenke beim Aufkleben zunächst in eine gedehnte Position gebracht, anschließend wird das Tape mit der gewählten Anlagetechnik auf der Haut appliziert. Sobald der Körper in seine entspannte Ausgangsposition zurückkehrt, wird die Haut durch das Tape ein wenig angehoben. Dadurch entsteht eine gut sichtbare Wellung des Tapes und es bilden sich Freiräume zwischen der Ober- und Unterhaut, wo zahlreiche Rezeptoren von Nerven, Blut- und Lymphgefäßen liegen.

85 % der Schmerzsensoren befinden sich auf der äußersten Hautschicht. Durch das Tape wird die Schmerzlinderung begünstigt, woraufhin sich der Patient wieder freier bewegen kann und die physiologische Muskelfunktion wieder einsetzen kann. Häufig ist eine Verbesserung schon während oder kurz nach der Anlage des Kinesiotapes spürbar.
Im Rehazentrum kerngesund! ist das kinesiologische Tapen seit geraumer Zeit ein fester Bestandteil im Zusatzangebot zur therapeutischen Versorgung der Patienten.

Sie haben gute Vorsätze für das neue Jahr? Sie möchten sich 2020 besser um ihren Körper kümmern? Sie suchen ein ergänzendes Therapieangebot?

Gerne berät Sie unser therapeutisches Team über die Indikationen und Kosten einer Tapeanlage.

Für Fragen oder weitere Informationen wenden Sie sich gerne an uns.

 

Über den Autor

Kathrin Bamberger
Kathrin Bamberger
Teamleitung Physiotherapie, Rehazentrum kerngesund!
Aktuelle Ausgabe4/2020