Lahn-Dill-Kreis nicht betroffen

Osteuropäische Pflegemafia aufgeflogen

Rund 230 Pflegedienste mit osteuropäischen Gründern stehen aktuell unter besonderer Beobachtung, weil sie in dem sehr begründeten Verdacht stehen, Pflegekassen um hohe Geldbeträge gebracht, betrogen zu haben, indem nicht erbrachte Leistungen abgerechnet wurden. Der größte Teil der Betreiber, und zwar 130, stammt aus der Ukraine, weiter stark vertreten Russland und Kasachstan. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Arbeit des Bundeskriminalamtes in Kooperation mit den Landeskriminalämtern.

Danach hat es nicht nur den Betrug zu Lasten der Pflegekassen gegeben. Es gab zusätzlich die Einrichtung von Scheinfirmen im In- und Ausland sowie sogenannte Obtschak-Zahlungen, die russische Variante von Schutzgeldzahlungen. Es wurden Scheinrechnungen ausgestellt und es gab den Versuch des Waschens von illegal erworbenem Vermögen. Die Dimension dürfte gigantisch sein. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor. Hauptschwerpunkt der Tätigkeit Nordrhein-Westfalen und Berlin, wo rund 140 der betroffenen „Firmen“ ihren Geschäftssitz haben.

Erfreulicherweise sind solche Probleme in unserer Region nicht aufgetreten. Der Vorteil des ländlichen Raumes ist unzweifelhaft der, dass man sich hier gegenseitig kennt und schätzt, die handelnden Personen einzuordnen weiß und es keine anonymen Strukturen gibt. Hinter den einzelnen Pflegeheimen und -betreibern stehen Menschen, die in der Regel hier geboren, aufgewachsen und vernetzt sind und denen man zu Recht vertrauen kann.

Aktuelle Ausgabe3/2018