Physiotherapie bei Säuglingen und Kindern
nach dem Bobath-Konzept KG-ZNS Kinder

„Die Kunst ist nicht die Hand am Kind zu haben, sondern im richtigen Moment wegzunehmen.“

Dieses Zitat von Berta Bobath bringt zum Ausdruck, wie eine sensomotorische Integrationstherapie mit dem Bobath-Konzept die kindliche Entwicklung beeinflusst.

Die Idee dieses Konzeptes ist, dem Kind größtmögliche Selbständigkeit im Alltag zu ermöglichen und es ist die Grundlage für die Zusammenarbeit von betroffenem Kind, Eltern und allen Bezugspersonen und Therapeuten.

Sensomotorische Integration bedeutet hier ein Arbeiten mit der Wirkungsweise der Sinnessysteme auf den Muskeltonus und die Bewegungsantwort des Kindes. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass Bewegung eine Antwort der Sinnessysteme auslöst.

Dazu arbeitet der/die Physiotherapeut/in mit der kindlichen Entwicklung und übt Drehen, Robben und Krabbeln. Außerdem werden Gleichgewichtsreaktionen auf dem Pezziball geübt, auf Rollbrettern und dem Trampolin. Alle Sinnessysteme werden aktiviert und angesprochen.

Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Spielerisch mit Spaß und Freude werden gezielte Reize gesetzt, um eine physiologische Bewegungsantwort zu erhalten.

„Wer nur unzureichend spürt, wo er sich im Raum befindet, kann sich auch zu anderen nur schlecht in Beziehung bringen.“ (Jean Ayres amerikanische Entwicklungspsychologin)

Was kann die Osteopathie für Säuglinge und Kinder tun?

„Osteopathie will nicht Krankheit heilen, sondern Gesundheit finden.“

Andrew Taylor Still, Gründervater der Osteopathie will die Ressourcen des Kindes aktivieren (Salutogenese), so dass eine Basis für ein ökonomisches Zusammenwirken aller Organsysteme (Homöostase) geschaffen wird.

Im Sinne dieses salutogenetischen Ansatzes wird zuerst eine umfassende Anamnese und Diagnostik, die ausschließlich mit den Händen vorgenommen wird, erstellt und mit sanften, manuellen Techniken werden die gefundenen Blockaden gelöst, so dass alle Körperflüssigkeiten wieder frei fließen (Liquor, Blut und Lymphe) können. Unphysiologische Spannungsmuster, die noch von der Lage des Kindes im Mutterleib herrühren können oder auch von einer sehr schnellen oder auch sehr langen Geburt, werden aufgelöst. Auch eine Beratung zum Handling des Kindes sowie das Unterstützen der Bindung von Mutter, Vater und Kind sind Teil der osteopathischen Behandlung.

Auf dieser Grundlage wird für das Kind eine Basis für Selbstregulation und gesunder sensomotorischer Entwicklung gelegt.

Gute Erfahrungen machen wir in der Gesundheitspraxis in der Spilburg mit der Kombination von Osteopathie und Physiotherapie für Kinder nach dem Bobath-Konzept.

Osteopathie kann eine Basis für eine gesunde sensomotorische Entwicklung schaffen und Physiotherapie begleitet das Kind in seinen Entwicklungsschritten und setzt immer wieder entsprechende Reize.

Mittlerweile belegen auch klinische Studien die Wirksamkeit der Osteopathie bei Säuglingen und Kindern, die Sie bei Interesse unter www.osteopathie.de (OSTINF-Studie) nachlesen können.

Osteopathie hat einen salutogenetischen Ansatz, so dass eine osteopathische Behandlung in den Entwicklungsschritten der Kinder sicherlich empfehlenswert ist, auf keinen Fall ersetzt diese aber eine kinderärztliche Vorsorgeuntersuchung.

 

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Yvonne Roy
Yvonne Roy

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Aktuelle Ausgabe4/2020