Nackenschmerzen, wer kennt sie nicht?

Die meisten Nackenschmerzen entstehen durch Verspannungen und Verkrampfungen der Nackenmuskulatur – man hat einen steifen Nacken. Dadurch ist die Beweglichkeit des Kopfes stark eingeschränkt und schmerzhaft.

Woher kommen sie?

Die häufigste Ursache eines steifen Nackens sind Fehlhaltungen im Alltag. Diese Fehlhaltungen können so stark auf den Nacken ausstrahlen, dass chronische Nackenschmerzen entstehen. Auch eine Fehlsichtigkeit, die nicht richtig korrigiert ist, kann zu einer dauerhaften Nackenfehlstellung führen und damit die Grundlage für chronische Nackenschmerzen sein. Ebenfalls kann eine anhaltende psychische Belastung, wie z. B. Stress, Nackenverspannungen verursachen. Weitere Ursachen für Nackenschmerzen können z.B. Arthrose, Bandscheibenvorfall, Blockaden in der Halswirbelsäule oder Osteoporose sein, welche ein Arzt abklären kann.

Was sind die Folgen?

Selten beschränken sich Nackenschmerzen nur auf den Nackenbereich. Die Verspannungen können Kopfschmerzen auslösen, sich zu einem Schulterschmerz entwickeln oder sogar zu einem Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Fingern führen.

Der Nackenbereich besteht aus sieben Halswirbeln, vielen Muskeln und unzähligen Nerven – eine komplexe Bewegungseinheit, die uns auch mal kurzzeitige (Haltungs-)Sünden verzeiht. Ist die Muskulatur jedoch längere Zeit überlastet, durch Verspannung und Verkürzung, spüren wir einen Nackenschmerz. Das schränkt die Bewegung deutlich ein. Durch diese Bewegungseinschränkung verlieren Muskulatur und Faszie – also das Bindegewebe, welches die Muskulatur umgibt – zusätzlich an Elastizität und Dehnbarkeit. Hier setzt die Behandlung an.

Was kann man tun?

Mit gezielten Maßnahmen lassen sich diese Beschwerden lindern und die Lebensqualität steigt. Bewährt hat sich dabei vor allem die Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht (L&B), die viele von Ihnen sicherlich aus vergangenen Ausgaben des Gesundheitskompass und anderen Medien bereits kennen. Im Fokus steht, die Spannungen von Muskulatur und Faszien zu reduzieren.

Die Gesundheitspraxis in der Spilburg bietet Ihnen ein großes Spektrum an Behandlungen, das jeweils auf Ihre ganz persönliche Situation zugeschnitten ist, dazu gehören Osteopathie, Physiotherapie und Wellnessmassagen.

Behandlung nach L&B

Als ausgebildete Schmerztherapeutin nach L&B helfe ich Ihnen dabei, alltägliche Beschwerden in den Griff zu kriegen. Damit Sie sich vorstellen können wie eine typische Behandlung nach L&B bei mir aussieht, möchte ich Ihnen den Ablauf kurz erläutern. In der Regel beginne ich damit, mir ein Bild Ihres aktuellen Zustands zu machen und eine Referenzsituation festzulegen, an welcher wir am Ende der Behandlung den Erfolg messen können.

Nun geht es, wie bereits beschrieben, darum, die Spannung Ihrer Muskulatur und Faszie zu lösen. Dies erreiche ich dadurch, dass ich an bestimmten Stellen (Osteopressurpunkte) einen Druckimpuls gebe, solange, bis Muskel und Faszien entspannen. Diesen Vorgang wiederhole ich an sämtlichen Muskeln, die in Verbindung zu Ihrem aktuellen Schmerz stehen. Danach überprüfen wir das erste Mal, ob die bisherige Behandlung bereits eine Verbesserung bewirkt hat. Ist dem nicht so, werden noch weitere Muskeln, die etwas entfernter in Verbindung zu Ihrer Beschwerde stehen, behandelt und im Anschluss erneut der Erfolg gemessen. Zusätzlich zeige ich Ihnen den korrekten Umgang mit einer Faszienrolle oder -kugel sowie gezielte Dehnungsübungen.

Was können Sie selbst tun?

Ich gebe Ihnen hier zwei Dehnübungen mit auf den Weg, die Ihnen bei verspannter Muskulatur im Schulter-Nacken-Bereich Linderung verschaffen oder auch vorbeugend entspannen. Bei anderen Ursachen sollten Sie diese Übungen zuerst unter Anleitung eines Therapeuten durchführen.

Übung 1:

Nehmen Sie sich einen Hocker und stellen ihn an eine Wand oder Tür und setzen sich gerade mit dem Rücken daran. Fassen Sie von vorne mit beiden Händen über Ihren Kopf bis zum Nacken. Ziehen Sie Ihren Kopf langsam mit den Händen Richtung Brustkorb, bis Sie eine Dehnung verspüren. Atmen Sie stets gleichmäßig weiter und versuchen Sie, sich nicht zu verkrampfen. Steigern Sie sich Stück für Stück über einen Zeitraum von zwei Minuten. Lösen Sie die Hände und bewegen den Kopf langsam und vorsichtig zurück in die Ausgangsposition.

Übung 2:

Begeben Sie sich in dieselbe Ausgangsposition wie für Übung 1: Rücken gerade an der Wand. Für die linke Nackenmuskulatur: Schieben Sie den linken Arm in Richtung Boden um sicherzustellen, dass die linke Schulter nicht hochgezogen wird. Drehen Sie nun Ihren Kopf um 45 Grad nach links und fassen mit der rechten Hand über den Kopf, bis zum linken Ohr. Ziehen Sie jetzt mit der rechten Hand Ihren Kopf schräg nach vorne unten, bis Sie eine Dehnung verspüren. Steigern Sie sich Stück für Stück über einen Zeitraum von zwei Minuten. Lösen Sie auch hier wieder die Hände und bewegen Sie Ihren Kopf langsam und vorsichtig zurück in die Ausgangsposition. Für die rechte Nackenmuskulatur wird die Übung entsprechend andersherum durchgeführt.

Versuche Sie es, Sie haben nichts zu verlieren, sondern können nur an Erfahrung und Bewegung gewinnen.

Ihre Kornelia Parma

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Kornelia Parma
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Aktuelle Ausgabe3/2020