Das Läuferknie –
Lass Dich von Kniebeschwerden nicht aufhalten

Symptome erkennen und die richtige Therapie für schmerzfreies und erfolgreiches Laufen auswählen

Heute ist es so weit – endlich wieder eine Runde Laufen. Sorgsam bindest Du deine bereitliegenden Laufschuhe, gehst aus dem Haus und läufst lächelnd los.

Doch nach wenigen Minuten beginnen Knieschmerzen dein Lauferlebnis zu beeinträchtigen und Du denkst, dass Laufen wohl doch nicht der passende Sport für dich ist. Das ist weit gefehlt, denn gegen die meisten Kniebeschwerden kann man aktiv werden, damit Laufen doch schmerzfrei und lächelnd möglich ist.

Eine häufige Ursache für Schmerzen im Kniebereich ist das Läuferknie, bei dem die Symptome überlastungsbedingt vom Tractus iliotibialis (TITB) ausgehen. Der TITB ist eine sehnenartige Verdickung der seitlichen Oberschenkelfaszie und mitverantwortlich dafür, dass wir gehen und laufen können. Er bildet sich aus den Sehnenfasern verschiedener Muskeln und zieht von der Hüfte weg, entlang der Außenseite des Oberschenkels abwärts bis zum seitlichen Schienbeinkopf.

Am Vorsprung des Oberschenkelknochens, über den der Tractus zieht, kann es durch kleinste Bewegungen zu Reibung auf Sehne und Muskel kommen, welche bei wenig Bewegung oftmals nicht wahrgenommen wird. Bei Durchführung wiederholter Bewegungen wie z.B. dem Laufen, kann es jedoch zur Reizung des Gewebes und in Folge dessen zu den Läuferknie-Symptomen kommen.

Symptome beim Läuferknie

Diese werden als stechend, schneidend oder ziehend beschrieben und können meist im Knie oder dessen Außenbereich lokalisiert werden. Infolgedessen können sowohl das Gehen als auch das Laufen durch schwere belastungsbedingte Schmerzen beeinträchtigt werden, wobei die Schmerzen beim Laufen typischerweise nach einer bestimmten Distanz auftreten und nur durch Beenden des Laufens behoben werden können. Bei längerfristig bestehendem Läuferknie ist es auch möglich das Schmerzen im Ruhezustand auftreten oder ein Druckschmerz an der Außenseite des Knies entsteht.

Typische Ursachen des Läuferknies sind neben Über- und Fehlbelastung, auch Fehlstellungen der Beinachsen und Füße oder eine verkürzte oder schwache Muskulatur. Ebenso kann unpassendes Schuhwerk zu den beschriebenen Symptomen führen.

Diagnose des Läuferknies

Zur Diagnose des Läuferknies ist eine ausführliche Anamnese, vor allem hinsichtlich der typischen Schmerzlokalisation und eine körperliche Untersuchung des Kniegelenks und der Muskulatur unentbehrlich. Kommt es beim Abtasten des Vorrangeleitens der Sehnen - und Muskelplatte oberhalb des Knies zu entsprechenden Schmerzen indizieren diese die Diagnose Läuferknie. Nicht zwingend notwendig hingegen ist ein bildgebendes Diagnostikverfahren, vor allem wenn die klassischen Symptome des Läuferknies in Abhängigkeit zum Laufsport auftreten. Ultraschall, Röntgen und MRT können jedoch genutzt werden um Differentialdiagnosen auszuschließen.

Therapie des Läuferknies

In der Therapie des Läuferknies ist es besonders wichtig die Ursache der Beschwerden und nicht nur die Symptome zu behandeln. Dazu bedarf es einer funktionellen Untersuchung der Beinachsen(stabilität) und einer Überprüfung des Laufstils und der Laufschuhe des Sportlers. Dabei werden häufig muskuläre Dysbalancen und Instabilitäten in der Hüft- und Gesäßmuskulatur festgestellt, die beim Laufen zu einer Überbelastung des Tractus Iliotibialis führen.

Der therapeutische Ansatz sollte daher eine Kombination aus geeigneten Laufschuhen und Einlagen zum Ausgleich möglicher Fehlstellungen und einer Verbesserung der Beinachsenstabilität durch Kräftigungs- und Stabilitätsübungen sein. Durch Dehnübungen, Selbstmassage mit einer Faszienrolle und der regelmäßigen Ausführung Kräftigungsübungen kann der Patient an der Therapie mitarbeiten, den Behandlungserfolg beschleunigen und sichern.

Insgesamt sollte während der Therapie des Läuferknies auf eine langsame Steigerung der Trainingsbelastung geachtet werden, um einer erneuten Über- und/oder Fehlbelastung entgegenzuwirken und den langfristigen Spaß am Laufen ohne Schmerzen wiederzuerlangen.

Über den Autor

Ben Griell
Ben Griell
Heilpraktiker/Physiotherapeut, Wetzlar

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