Sterblichkeit bei COVID-19 Infektionen

Die Gefährlichkeit der durch das Coronavirus SARS-COV-2 ausgelösten Krankheit COVID-19 ist immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Einige Menschen bezweifeln gar, dass von COVID eine über das Ausmaß einer gewöhnlichen Erkältung hinausgehende Gefahr ausgehe.

Ein objektiv starkes Kriterium zur Beurteilung der Schwere einer Erkrankung ist deren tödlicher Ausgang. In weltweit knapp eintausend Studien wurde die Häufigkeit von Todesfällen bei COVID-Infektionen untersucht. Eine Metaanalyse dieser Studien zeigt eine international recht stabile, altersabhängige Sterblichkeit. Vergleicht man die Sterblichkeit mit der einer durchschnittlichen Influenza- (= Grippe) Saison so ist die Wahrscheinlichkeit im Falle einer Infektion zu sterben bei COVID zwanzig mal so hoch wie bei der Influenza (wobei eine impfbare Influenza mit einer noch nicht impfbaren COVID-Erkrankung verglichen wurde).

Die ermittelte Infektionssterblichkeit für COVID beträgt nach Studienlage in der Altersgruppe
35 bis 44 Jahre: ca. 0,05 % (entspricht 5 Todesfällen unter 10.000 Infizierten)
45 bis 54 Jahre: ca. 0,2 % (entspricht 20 Todesfällen unter 10.000 Infizierten)
55 bis 64 Jahre: ca. 0,7 %
65 bis 74 Jahre: ca. 2,2 %
75 bis 84 Jahre: ca. 7,3 %
> 85 Jahre: etwa jeder Dritte.

Die Zahlen sind der Veröffentlichung aus dem NDR-Podcast von Prof. Dr. Christian Drosten entnommen. Die Sterblichkeit bezieht sich auf die tatsächliche Zahl der Infektionen, beinhaltet also auch eine ermittelte Dunkelziffer von vorhandenen, aber nicht nachgewiesenen Infektionen. Diese Dunkelziffer ist vor allem bei jungen, oft auch asymptomatischen Menschen bedeutsam. Bei Hochbetagten sind asymptomatische Verläufe extrem selten.

Über den Autor

Dr. med. Roger Agne
Dr. med. Roger Agne
Chefarzt Innere Medizin
Dill-Kliniken

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