Körperwahrnehmung – wichtig für Ihre Gesundheit

Ohne die Wahrnehmung von Schmerz bei Verletzung, Hitze und Kälte sowie Hunger und Sättigung könnten wir unseren Organismus nicht am Leben erhalten. Neben diesen starken, „groben“ Gefühlen sendet unser Körper auch viele „feinere“ Botschaften, die wir nicht immer wahrnehmen. Diese auszublenden kann von einem Unbehagen bis hin zu gesundheitlichen Beschwerden führen.

Unter Körperwahrnehmung im engeren Sinne verstehen wir die bewusste und gezielte Lenkung der Aufmerksamkeit auf bestimmte Regionen des Körpers, den gesamten Körper oder das Körperinnere.

Die Verbesserung der Körperwahrnehmung ist Ziel vieler Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen. Dazu gehören u.a. Yoga, Tai-Chi, ChiGong, Zilgrei, Feldenkrais oder Autogenes Training.

Obwohl diese Methoden bezüglich ihrer Herkunft und Kontext sehr unterschiedlich sind, haben sie einiges gemeinsam. Die Atmung (und Konzentration darauf) spielt jeweils eine wichtige, wenn nicht zentrale Rolle. Auch findet sich eine gemeinsame Innere Haltung, zu der gehört nicht zu beurteilen oder zu bewerten, der eigenen Wahrnehmung zu Vertrauen, nichts zu erzwingen, die Dinge zu sehen, wie sie gerade sind, ohne sie zu bewerten, zu beobachten und loszulassen.

Zu Erlernen einer der o.g. Methoden bietet sich ein Kurs unter erfahrener Anleitung an. Vom alleinigen Selbststudium möchte ich abraten.

Was kann mit diesen Übungen erreicht werden?

Bei einer täglichen Übungspraxis erhöht sich das Bewusstsein für Spannungs- und Entspannungszustände sowohl physisch als auch seelisch.

Im Ideal werden Aggressivität und Wutausbrüche, aber auch seelisches Leid und depressive Gemütszustände nachlassen oder verschwinden. Ziel ist das Erlernen eines emotionalen Balanceaktes.

Auch chronische Schmerzen können sich verändern. Oft werden sie zunächst stärker und stechender. In dieser Phase fällt es nicht leicht bei der Übung zu bleiben. Die Veränderung ist aber auch ein Zeichen dafür, dass die Körperselbstheilungskräfte aktiv werden. Im Laufe der Zeit sollten die Schmerzen geringer werden oder verschwinden.

Achtsamkeit erfahren mit dem Beispiel einer Rosine:

Legen Sie sich drei Rosinen bereit. Sie werden gleich in drei Durchgängen je eine Rosine nach einem ganz besonderen Ablauf mit allen Sinnen genießen.

Nehmen Sie sich die erste Rosine zur Hand und vergegenwärtigen Sie sich, dass Sie genau diese Rosine das erste Mal sehen. Sie ist einzigartig.

Nehmen Sie die Rosine in den Mund, wie fühlt diese sich an. In welchem Teil des Mundes liegt sie? Kauen Sie länger als üblich. Ignorieren Sie den Impuls, den Mund schnell zu leeren. Werden Sie sich der Absicht zum Schlucken bewusst dann fühlen Sie den Schluckprozess in kleinen Etappen.

Wiederholen Sie dieses Ritual mit der zweiten Rosine. Die Dritte Rosine essen Sie ganz normal. Nun erinnern Sie wie die Unterschiede der drei Rosinen waren. Geschmack, Konsistenz, Empfindung der Süße etc.

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Claudia Agne
Claudia Agne

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Aktuelle Ausgabe01.07.