Die Arthroskopie des Daumensattelgelenks bei Rhizarthrose

Die Daumensattelgelenksarthrose (Rhizarthrose) ist die häufigste Arthrose der Hand. Frauen ab dem 50. Lebensjahr sind bevorzugt betroffen und erkranken deutlich häufiger als Männer. Eine chronische Instabilität, eine Überlastung oder ein Bruch im Bereich des Daumensattelgelenkes können zu einer Rhizarthrose führen.

Wie sind die Symptome einer Rhizarthrose?

Patienten, die unter einer Rhizarthrose leiden, beklagen bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen, eine Bewegungseinschränkung mit Schwellneigung und Überwärmung im Daumensattelgelenk, eine zunehmende Instabilität mit Kraftverlust sowie eine Störung der Feinmotorik des Daumens.

Welche Untersuchungen sind zur Diagnosefindung erforderlich?

An erster Stelle muss eine gründliche Untersuchung der betroffenen Hand erfolgen. Hierbei zeigt sich u.a. ein Druck- und Bewegungsschmerz im Bereich des Daumensattelgelenkes. Das zur Diagnosefindung zwingend erforderliche Röntgenbild zeigt neben einer Verschmälerung des Gelenkspaltes häufig Veränderungen des Knochens und eine Fehlstellung im Gelenk (Abbildung 1). Eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) sind nur in Ausnahmefällen erforderlich und dienen dem Ausschluss von Differenzialdiagnosen und verdeutlichen die Ausprägung der Erkrankung. Besonders wichtig ist, dass das Ausmaß der Beschwerden nicht unbedingt mit dem Röntgenbild im Einklang stehen muss. Nicht selten beklagen Patienten mit einer im Röntgenbild nur leichten Rhizarthrose starke Schmerzen im Daumensattelgelenk. Umgekehrt gibt es nicht selten Patienten, die eine im Röntgenbild sehr fortgeschrittene Arthrose haben und nur wenig Beschwerden beklagen.

Wie sieht die konservative Therapie der Rhizarthrose aus?

Bevor operative Maßnahmen in Frage kommen, sollte versucht werden, die Beschwerden durch konservative Maßnahmen zu reduzieren. Hierbei nimmt die Hand-, Ergo- und Physiotherapie einen wichtigen Stellenwert ein. Ziel dieser Maßnahmen ist in erster Linie die Schmerzreduktion. Wichtig ist, dass der Patient erlernt, bei Belastung das Daumensattelgelenk zu stabilisieren. Hierfür ist eine berufs- und alltagsbezogene Gelenkschutzaufklärung genauso wichtig wie eine passende Orthese (Schiene), die maßgefertigt oder im Sanitätshaus auf Rezept erworben werden kann. Die Möglichkeiten der konservativen Therapie sind vielfältig und sollten individuell mit dem Therapeuten besprochen werden.

Wie sieht die operative Therapie der Rhizarthrose aus?

Wenn die konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind, sollten operative Maßnahmen empfohlen werden. Mögliche operative Behandlungsformen sind die Denervierung (Durchtrennung der schmerzleitenden Nervenfasern des Daumensattelgelenkes), die Arthrodese (Versteifung) des Daumensattelgelenkes, die Implantation eines Pyrocarbon- oder Silikonplatzhalters als Trapeziumersatz, die Entfernung des großen Vieleckbeines (Trapezektomie) sowie die Entfernung des großen Vieleckbeines mit Stabilisierung des Gelenkes mit einem Teil einer Sehne. Die Implantation einer Daumensattelgelenksprothese sind ebenso wie die Arthroskopie des Daumensattelgelenkes weitere bewährte Verfahren.

Die Arthroskopie des Daumensattelgelenkes

Die Arthroskopie des Daumensattelgelenks stellt ein Verfahren dar, welches analog zur Hüfte, der Schulter sowie dem Kniegelenk mittlerweile derart ausgereift ist, dass es bei einer geringen Komplikationsrate in einem hohen Prozentsatz der versorgten Patienten zu sehr guten Ergebnissen führt.

Im Rahmen einer kurzen Operation werden über zwei etwa 3 mm lange Schnitte die Videokamera (Arthroskop) sowie die Arbeitsgeräte (Zange, Tasthaken, Feile) eingeführt. Ziel der Operation ist es den Knorpel sowie den Knochen zu glätten und freie Gelenkkörper zu entfernen. Die Operationszeit beträgt etwa 20-30 Minuten und wird in einer Plexusanästhesie (nur der Arm wird betäubt) oder einer Vollnarkose durchgeführt. Die Hand kann nach der Operation sofort beübt werden. Eine längere Ruhigstellung ist nicht erforderlich. Krankengymnastik oder Ergotherapie kann bei Bedarf erfolgen.

Wird der Eingriff ambulant oder stationär durchgeführt?

In Abhängigkeit des Alters sowie der Nebenerkrankungen wird dies im Rahmen der zwingend erforderlichen Aufklärung mit dem Operateur und dem Narkosearzt mit dem Patienten besprochen. In der Regel wird der Eingriff jedoch ambulant durchgeführt.

Welche Komplikationen können auftreten?

Komplikationen sind bei diesem Eingriff sehr selten. Die üblichen Risiken einer Operation sind beispielsweise eine Wundheilungsstörung, ein Wundinfekt, Blutungen und Nachblutungen. Da, anders als bei der Prothese oder Entfernung des Knochens die Arthrose nur geglättet wird kann es sein dass die Beschwerden nach der Operation fortbestehen. In diesem Fall bleibt jedoch noch die Option der größeren Operation wie beispielsweise die Implantation einer Prothese oder die Entfernung des großen Vieleckbeins.

Wann bin ich wieder arbeitsfähig und voll einsatzbereit?

In Abhängigkeit des Berufes ist mit einer Arbeitsfähigkeit nach 2-4 Wochen zu rechnen

Was muss ich nach der Operation beachten?

Der Patient muss wissen, dass die Arthroskopie des Daumensattelgelenks nur einen Versuch darstellt die Beschwerden mit einem kleinen und sehr kurzen Eingriff zu reduzieren. Dies gelingt oft, aber nicht immer. Auf jeden Fall kann die Hand nach der Operation direkt wieder bewegt, beübt und belastet werden. Sollten die Beschwerden fortbestehen bleibt immer noch die Option der deutlich aufwendigeren Entfernung des großen Vieleckbeins oder der Implantation einer Prothese.

Im ambulanten Operationszentrum der Praxis an der Sportklinik in Bad Nauheim werden pro Jahr eine große Anzahl an Operationen bei Rhizarthrose durchgeführt. In der Sprechstunde besprechen wir mit den Patienten die vorhandenen Befunde und ob die Indikation für einen operativen Eingriff bereits besteht oder noch weitere Untersuchungen zur Diagnosefindung erforderlich sind. Ebenso wird mit dem Patienten besprochen, ob Ergo-, Hand- oder Physiotherapie helfen können, die Beschwerden zu lindern.

Gerne können Sie sich an mich wenden, wenn Sie Fragen zu dieser oder einer anderen Problematik an Ihrer Hand haben

Über den Autor

Dr. med. Gabor Szalay
Dr. med. Gabor Szalay
Leitender Oberarzt,
Leiter der Sektion Handchirurgie am UKGM, Gießen

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