Stoßwellentherapie bei Fersensporn

Ein Fersensporn besteht aus einer kleinen, dornartigen Kalkablagerung oder Verknöcherung der Fersensehne. Der Fersensporn ist meist sehr schmerzhaft und kann sich sowohl am oberen (kranialer Fersensporn), als auch am unteren Rand (plantarer Fersensporn) der Ferse bilden.

Was sind Stoßwellen?

Stoßwellen sind energetische Druckwellen, die Schallwellen ähnlich sind, sich aber in der Energie, Anstiegs- und Ausbreitungsgeschwindigkeit unterscheiden. Stoßwellen werden seit 1989 in der Medizin verwendet.

Wie entstehen Stoßwellen?

Es werden Schalldruckwellen erzeugt, die in der Tiefe des Körpers gebündelt werden. Diese Verdichtung der Stoßwellen kann dann durch rhythmische und wiederkehrende Anwendung zur Zerrüttung eines Festkörpers, beispielsweise einer Verkalkung führen.

Was passiert mit den „Kalkteilchen“
Die Energieverdichtung erfolgt im Zentrum der Verkalkung. Die Verkalkung wird durch die Stoßwellenbehandlung zu feinsten Partikeln zerrieben und kann dann vom Körper aufgenommen und auf dem Blutweg abtransportiert und ausgeschieden werden.

Was geschieht mit den umliegenden Geweben?

Andere Körperstrukturen, die sich in der Nähe der Verkalkung befinden (beispielsweise Blutgefäße, Nerven, Sehnen) werden von der Stoßwelle zwar erfasst, aber nicht geschädigt, da sie nicht im Fokus der Stoßwelle liegen.

Die Stoßwellen sollen im therapierten Gewebe eine „biomechanische Rückkopplung“ und die „Ausschüttung von Botenstoffen“ bewirken, die sowohl Reparaturprozesse als auch durchblutungsfördernde Prozesse einleiten

Wie spürt man die Stoßwelle?

Eine einzige Stoßwelle ist als lauter Ton zu hören und wird als Schlag, etwa wie bei einem kleinen Hammerschlag empfunden. Die Häufigkeit der Stöße beträgt in etwa 60-300 pro Minute, die Stoßstärke kann individuell angepasst werden.

Eignet sich die Stoßwellentherapie auch zur Behandlung anderer Beschwerden im Bewegungsapparat?

Neben dem Fersensporn lassen sich auch Kalkablagerung im Schultergelenk, Schulter-Nackenschmerzen bei Muskelhartspann, Schmerzen im Kreuz- Darmbeinbereich, Tennis- und Golfellenbogen sowie bei Muskelschmerzen im Handgelenk auch Karpaltunnelsyndrom, Fersensporn und allgemeine Muskelverspannungen behandeln.

Der Heilungsverlauf ist abhängig von der Schwere der Erkrankung, in den überwiegenden Fällen kann die Therapie in wenigen Tagen oder Wochen erfolgreich abgeschlossen.

Gibt es unerwünschte Nebenwirkungen?

Neben Blutergüssen kann es zu Schwellungen oder oberflächlichen Hauteinblutungen kommen. Seltener wird von einer kurzfristigen Schmerzverstärkung im Behandlungsgebiet berichtet. Bei nicht sachgerechter Handhabung kann es zu Schäden an knöchernen Strukturen, Blutgefäßen, Nerven oder Sehnen mit Früh– und Spätauswirkungen kommen.

Während der Behandlung können unterschiedlich stark empfundene Schmerzen auftreten. Wenn die Anfangsbeschwerden nach drei Sitzungen nicht deutlich besser geworden sind, sollte die Therapie nicht fortgesetzt werden.

Die Stoßwellentherapie gilt in Deutschland nicht als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten der Behandlung muss der Patient selbst tragen.

Auch bei der Stoßwellentherapie gibt es Therapieversager und Fälle, bei denen sich die Beschwerden nach der Behandlung verstärken. Es bedarf also einer sorgfältigen Indikationsstellung.
 

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Claudia Agne
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