Propolis - Wunder der Bienen

Propolis wird von Bienen produziert und als harzartiges Baumaterial zur Abdichtung und Instandhaltung des Bienenstocks verwendet. Hauptbestandteile sind Harze verschiedener Bäume, Pollen, Wachse, ätherische Öle und Speichelsekret. In kleinen Mengen sind auch Zucker, Vitamine (Vitamin A, B, C, E, H und B7, besser bekannt als Biotin), Mineralstoffe wie Eisen, Selen und Zink und Eiweiß-Bausteine (Aminosäuren) enthalten.

Alles in allem besteht Propolis aus 300 unterschiedlichen, chemischen Verbindungen. Die genaue Zusammensetzung variiert aber je nach Standort des Bienenstocks, Region, Jahreszeit und Pflanzenangebots. Das zeigt sich schon an der variierenden Farbe des Stoffgemisches (gelb braun bis dunkelbraun, grünlich), was einen eindeutigen Wirksamkeitsnachweis erschwert.

Propolis wirkt antimikrobiell, antimykotisch und sogar antiviral und hat so einen wichtigen Nutzen für die Bienen. Im Bienenstock herrschen im Vergleich zur Umgebung erhöhte Temperaturen, eine erhöhte Luftfeuchtigkeit und ein reichhaltiges Angebot an Nährstoffen. Die ideale Grundlage für die Vermehrung von Pilzen, Bakterien, Viren und Parasiten. Für verschiedene Arten von Propolis wurde wissenschaftlich eine wachstumshemmende Wirkung auf diese Organismen nachgewiesen.

Die Zusammensetzung des Vielstoffgemischs Propolis beeinflusst entscheidend seine Wirkung. Studien belegen für Bestandteile des Bienenprodukts unter anderem eine antibiotische Wirkung gegen verschiedene krankheitserregende Bakterien wie zum Beispiel dem Staphyloccocus aureus und Salmonella enteritidis. Eine antientzündliche, wundheilungsfördernde und Immunsystem beeinflussende Wirkung, sowie einen anti oxidativen Effekt, also einen Schutz vor freien Radikalen (aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellstrukturen schädigen können) und eine antidepressive Wirkung.

Das Kittharz, wie Propolis auch genannt wird, ist um ein Vielfaches teurer als der Bienenhonig, da ein Bienenvolk im Stock höchstens 500g im Jahr abwirft.

Propolis kann äußerlich, wie zum Beispiel bei der Wundbehandlung oder in Kosmetik Produkten angewendet werden, aber auch innerlich in Tropfenform. Es kommt nicht häufig vor das Allergien bei der Nutzung von Propolis auftreten, es ist aber möglich.

Durch die zahlreichen Flavonoide verfügt Propolis über eine starke mikrobakterielle Wirkung. Diese macht man sich zu Nutze, um das Immunsystem zu stärken, insbesondere bei Erkrankungen der Atemwege wie Husten und Schnupfen.

Besteht eine Pollen- oder Hausstauballergie, kann Propolis helfen die Auswirkungen zu lindern. Das Bienenharz stärkt das Immunsystem und reduziert die Histaminausschüttung deutlich.

Ebenso stärkt Propolis die Blutbahnen. Ist der ungehinderte Blutfluss in den Venen und Arterien behindert, steigt das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten. Propolis stärkt die Blutbahnen, indem es hilft, das Enzym Trypsinhydroxylase zu reduzieren. Dadurch kann der Körper mehr Stickstoffmonoxid produzieren, was sich wieder positiv auf den Blutfluss auswirkt.

Durch den im Propolis enthaltene Kaffeesäurephenylethylester werden Knochen und Zähne gestärkt, daher ist der Einsatz bei Osteoporose eine Überlegung wert.

Äußerlich findet das Kittharz ebenso viele Anwendungsgebiete. Insbesondere bei Zahnfleischentzündungen im Mundraum, aber auch bei Fußpilz, Warzen oder bei Neurodermitis wird es gerne und erfolgreich angewendet.

Die Wirkung bei Haut oder Fußpilz wird der Kaffeesäure, also den Phenolen und Flavonoiden zugeschrieben. Propolis entwickelt anders als Antibiotika, keine Resistenzen. In der Wundheilung wird sich die antibakterielle Wirkung ebenso gerne zunutze gemacht. Pilze, Bakterien und Viren werden bekämpft, die Wunde gereinigt und desinfiziert sowie die Wundheilung gefördert.

Die innere Anwendung kann in Tropfenform erfolgen. Eine direkte Anwendung auf entzündete und wunde Stellen im Mundraum, aber auch als orale Einnahme zur Stärkung des Immunsystems und des Blutkreislaufes ist möglich. Die Propolis -Tinktur kann pur oder verdünnt angewendet werden. Hierbei muss dringend darauf geachtet werden, sollte es sich um eine verdünnte Tinktur handelt, dass diese mit einem hochprozentigen Alkohol versehen wurde.

Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis wurden ebenso gute Erfolge erzielt. Neurodermitis ist eine chronische und wiederkehrende entzündliche Erkrankung der Haut. Sie tritt oft in Schüben auf und geht mit Ekzemen einher, trockener Haut und Juckreiz quälend. An verschiedensten Hautpartien, allerdings vorzugsweise an Hände, Kopfhaut, Gesicht und Armbeugen. Ursachen sind genetische Dispositionen, Umwelteinflüsse, verschlimmert wird Neurodermitis häufig durch seelische Belastungen und Stress. Die Anwendung von Propolis kann hierbei über Salben und Cremes erfolgen, diese sind allerdings meist sehr fettreich, da grade die trockene Haut, welche den Juckreiz fördert, mit einem Schutzfilm abgedeckt werden soll, um die Hautschutzbarriere wieder zu errichten. Anwendung finden auch Tropfen oder die Pulverform, welche in Wasser aufgelöst werden können.

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Über den Autor

René Weigand
René Weigand
Liebig-Apotheke, Dillenburg

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