20.000 Euro Spende für Kamerun

Wie bereits im Gesundheitskompass Ausgabe Nr. 1 mitgeteilt unterstützt das Hilfswerk des Lions Club Wetzlar-Solms das größte Krankenhaus in Douala Kamerun, um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Beim Hilfswerk des Lions Club Wetzlar-Solms sind mehr als 20.000 Euro Spendengelder seit Dezember letzten Jahres eingegangen. Für diese großzügige Unterstützung möchte sich der Koordinator und Organisator der Hilfsaktion, Dr. Wolfgang Bunk, bei allen recht herzlich bedanken. Sämtliche Gelder stehen der humanitären Hilfe zur Verfügung und es fallen keine Verwaltungsgebühren an!

Herr Dr. Bunk besuchte Anfang Februar Kamerun um Vorort die weitere Hilfsaktion zu planen. Kamerun wird als Afrika im Kleinen bezeichnet, weil die Landschafts- und Klimazonen in diesem Land den Klimazonen ganz Afrikas entsprechen. 10% der Bevölkerung gilt als unterernährt und mehr als 40% der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre.

Für uns kaum vorstellbar, so muss doch jede gesundheitliche Maßnahme und Therapie von jedem selbst bezahlt werden. Es gibt keine staatliche oder private Krankenversicherung. Jede ärztliche Beratung sowie diagnostische Maßnahmen wie Blutuntersuchung, Röntgen, Ultraschall muss direkt bezahlt werden.

Ist es nicht möglich, so erfolgt keine weitergehende ärztliche Behandlung.

Eine erneute Bezahlung ist notwendig, wenn im Rahmen dieser Diagnostik therapeutische Maßnahmen wie Operationen, medikamentöse Behandlung oder stationäre Behandlungenempfohlen werden. Ohne Bezahlung erfolgt keine Therapie!

Im Rahmen des Krankenhausbesuches Laquintinie erfolgte ein Treffen mit dem ärztlichen Direktor Prof Essomba sowie anschließend mit dem Oberbürgermeister der Stadt Douala Herrn Lengue Malapa, die beide sehr dankbar sind für die anstehende Spende.

Durch die Reise von Dr. Bunk vor Ort wurde vereinbart, dass keine Gelder überwiesen werden. Es wird eine Liste vom Krankenhaus über notwendige medizinische Hilfsgüter erstellt.

Entsprechend den vorhandenen Spenden werden dann die Hilfsgüter in Deutschland gekauft und zusammengestellt und dann per Container nach Kamerun verfrachtet. Dies soll in den nächsten Monaten erfolgen.

Interessant ist, dass es natürlich auch Corona im Kamerun gibt. Zum Zeitpunkt des Besuches von Dr. Bunk wurden allerdings keine Patienten mit COVID Symptomen im Stadtkrankenhaus Laquintinie behandelt. In den teuren Hotels und Restaurants werden Masken getragen und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt.

Im Allgemeinen werden aber im Straßenbild wenig Menschen angetroffen, die Masken tragen oder Abstand halten. Grund für die geringe Erkrankungsrate mag sein, dass eben der Großteil der Bevölkerung sehr jung ist und dass möglicherweise das Immunsystem der Bevölkerung besser ausgebildet ist als die bei uns. Eine Übersterblichkeit an Covid ist erfreulicherweise nicht feststellbar.

Das Bruttoinlandsprodukt von Kamerun ist niedrig. Hauptexportgüter sind Kaffee, Kakao und Holz bzw. Holzprodukte, wobei Kamerun mit dem höchsten Holzeinschlag in Afrika hat. Ein zweifelhafter Erfolg.

Sowohl der Oberbürgermeister als auch der ärztliche Direktor freuen sich sehr über die zugesagten Spenden, um eine gute Gesundheitsversorgung im Stadtkrankenhaus zu ermöglichen und um diese auszubauen. Im Letzten Jahr bestand eine Unterdeckung von 30.000,00 Euro im Rahmen der Gesundheitsversorgung. Daher sind die 20.000,00 Euro herzlich willkommen.

Ich darf mich nochmals für die großzügigen Spenden bei allen Spendern bedanken und werde Sie auf dem laufenden halten, wenn der Transport im Krankenhaus eingetroffen ist.

Die Menschen vor Ort brauchen dringend unsere Solidarität und freuen sich über jede Hilfe.

 

Über den Autor

Dr. med. Wolfgang Bunk
Dr. med. Wolfgang Bunk
Werksärztlicher Dienst, Wetzlar

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