Vitos hilft bei „Gewitter im Gehirn“

Ambulante und stationäre Epilepsiebehandlung in der Vitos Klinik für Neurologie Weilmünster.

Ungezählte gleichzeitige elektrische Entladungen erzeugen bei einem epileptischen Anfall das charakteristische Bild. Betroffene können dank moderner Medikamente mittlerweile immer öfter ein normales Leben ohne Anfälle führen.

Weilmünster. 80 Kilometer ohne Pause schwimmen – das ist nicht nur eine außergewöhnliche Leistung, sondern auch eine unglaubliche Herausforderung für jeden gesunden Körper. Im Fall des Langzeitschwimmers und Leistungssportlers Jérôme Becher kommt hinzu, dass Ärzte ihm als Kind verboten hatten, Sport zu betreiben – bei ihm war Epilepsie diagnostiziert worden. Im Alter von zehn Jahren hatte der mittlerweile 37-Jährige den ersten Anfall. Auf „Zeit Online“ ist seine Erfolgsgeschichte zu lesen: wie er trotz des Sportverbots trainiert, an Wettkämpfen teilnimmt, Medaillen gewinnt. Ganz offen geht er dabei auch mit seiner Diagnose um und ist um Aufklärung bemüht. Er ist der lebende Beweis dafür, dass große Leistungen eben auch mit Epilepsie erbracht werden können und wie wenig einschränkend diese Krankheit sein muss. Das betont auch Dr. Anelia Todorova-Rudolph, Neurologin und Oberärztin an der Vitos Klinik für Neurologie Weilmünster. Sie hat sich auf Diagnose und Therapie von Epilepsie spezialisiert. Jeden Dienstag bietet sie für Menschen mit schwer behandelbaren Krankheitsbildern eine ambulante Spezialsprechstunde in der Vitos Klinik für Neurologie in Weilmünster an. Dazu ist eine spezielle Überweisung notwendig. „Die kann von einem Facharzt ausgestellt werden“, erklärt Dr. Todorova-Rudolph. Mittlerweile sind die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten soweit fortgeschritten, dass der Auslöser sehr genau bestimmt, die Anzahl der Anfälle oft verringert und die Lebensqualität verbessert werden kann. Mit Hilfe eines EEG-Gerätes (Elektroenzephalografie) werden Hirnströme gemessen. Zusätzlich können in einem MRT-Bild des Schädels Hinweise auf den genauen Ursprung der Erkrankung gefunden werden.

„Reicht eine ambulante Behandlung nicht aus, kann ich auch eine stationäre veranlassen“, erklärt Dr. Todorova-Rudolph. Sollte sich die Erkrankung als komplizierter herausstellen, muss ein Patient nicht den behandelten Arzt wechseln: Die multimodale Komplexbehandlung in der Vitos Klinik für Neurologie setzt auf eine Kombination von Medikamenten mit einer auf den Patienten abgestimmten Kombination aus Ergo-, Physio- und Logotherapie sowie neuropsychologischen Behandlungselementen. Sie kann notwendig sein, wenn sich durch die rein medikamentöse Behandlung keine Besserung zeigt. Mit individuell auf das Krankheitsbild des Patienten abgestimmten Therapieeinheiten können nicht nur körperliche Defizite ausgeglichen werden. „Es kann häufig eine entscheidende Veränderung im Verhalten der Patienten erreicht werden“, sagt Todorova-Rudolph. Schon diese kleinen Unterschiede können für die Genesung und die Lebensqualität entscheidend sein. Wer stationär in der Vitos Klinik für Neurologie in Weilmünster mit Verdacht auf Epilepsie aufgenommen wird, durchläuft zunächst eine detaillierte Diagnose. Ergänzend werden bei therapieresistenten Epilepsien dann von den Experten der verschiedenen Fachrichtungen die Bausteine der multimodalen Komplexbehandlung festgelegt. Im Verlauf der Behandlung werden diese regelmäßig überprüft und den Fortschritten des Patienten angepasst. Länge und Zeitpunkt einer Therapieeinheit können also variieren.

Ist die Ursache klar, können oft Medikamente gegeben werden, die die Reizschwelle der Nervenzellen nach oben setzen, die Anzahl der Anfälle also reduzieren können. „Eine Heilung ist in der Regel nicht möglich, Betroffene können aber im besten Fall anfallsfrei leben“, erklärt die Oberärztin Dr. Anelia Todorova-Rudolph.

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Dr. med. Anelia Todorova-Rudolph
Dr. med. Anelia Todorova-Rudolph
Fachärztin für Neurologie
Vitos-Klinik Weilmünster

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