"und nix wie rein ins kühle Nass"

Badespaß pur - Gefahren beachten

Doch ungetrübter Badespaß setzt Regeln voraus, die unbedingt eingehalten werden sollten:

- Nimm Rücksicht auf andere Badende, besonders auf kleine Kinder!

- Als unsicherer Schwimmer nur bis zur Brust ins Wasser gehen!

- Verwende nur sichere Schwimmhilfen (Gütesiegel), Badetiere sind als „Schwimmhilfe“ ungeeignet und auch gefährlich!

- Bringe andere Schwimmer nicht durch Stoßen und Untertauchen in Gefahr!

- Verlasse beim Auftreten von Übelkeit oder Schwindelgefühl sofort das Wasser!

- Meide sumpfige und pflanzendurchwachsene Gewässer!

- Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich!

- Rufe nie aus Spaß um Hilfe aber hilf anderen, wenn sie in Not sind!

- Mache Dich mit den Regeln zur Selbsthilfe im Wasser für unerwartete Situationen vertraut.

 

Darüber hinaus sind gut gemeinte Badetips wichtig für Nichtschwimmer und Schwimmer:

- Kühle Dich ab, ehe Du ins Wasser gehst, verlasse das Wasser sofort, wenn Du frierst!

- Nur springen, wenn das Wasser unter Dir tief genug und frei ist!

- Schifffahrtswege, Buhnen, Schleusen, Brückenpfeiler und Wehre sind keine Schwimm- und Badezonen!

- Überschätze im freien Gewässer nicht Kraft und Können!

- Schwimmen und Baden an der See ist mit besonderen Gefahren verbunden!

- Unbekannte Ufer bergen Gefahren

- Verunreinige das Wasser nicht und verhalte Dich hygienisch!

- Ziehe nach dem Baden das Badezeug aus und trockne dich ab!

- Meide zu intensive Sonnenbäder!

- Unterkühlung vermeiden

 

„Das arme Kind hat blaue Lippen und friert, sieht denn das die Mutter nicht?“

Die nasse Badebekleidung am Körper trocknen lassen, löst bei Kindern häufig Schmerzen im Bauch mit vermehrtem Wasserlassen und Brennen aus. Das Hausmittel in der Nacht nach dem wunderschönen Badetag: reichlich heißen Tee trinken und Wärmflasche oder Heizkissen auf den Bauch. Die Blasenentzündung ist schneller entstanden als geahnt, auch Ohrenschmerzen führen zum Hausarzt. Und manches Kind wird dem Chirurgen vorgestellt, weil aus den Bauchschmerzen eine „Blinddarmentzündung“ gedeutet wird, auch zu viel Cola und "Pommes" schaden zusätzlich.

Hohe Zahl tödlicher Badeunfälle

Die Statistik der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) berichtet jedes Jahr über Hunderte Badetode, im Corona-Jahr 2021 betrug die Anzahl 299, so wenige wie seit 20 Jahren nicht mehr. Sorgen bereiten aber die vielen Kinder, die nicht schwimmen können, deutlich erhöht durch die Umstände der coronabedingten Schließungen, in Hessen sind zusätzlich

50000 Kinder betroffen.

Gefahr erkannt …

Gerade jüngere Kinder geraten nicht nur an Seen und offenen Gewässern in Gefahr. Auch Swimmingpools, Kinderbecken in Freibädern und flache Gartendeiche bergen Risiken. Kleinkinder verlieren unter Wasser schnell jegliche Orientierung. Ihr Kopf ist im Verhältnis zum Körper sehr schwer und die Muskulatur ist noch ungeübt. Sie können selbst bei geringer Wassertiefe den Kopf nicht eigenständig aus dem Wasser heben. Kleine Kinder unternehmen keine Selbstrettungsversuche, sie ertrinken nahezu geräuschlos.

Gefahr gebannt - so früh wie möglich Schwimmer werden

Für Kinder jeden Alters ist der Umgang mit dem „nassen Element“ ein wahres Vergnügen. Der frühe vertraute Umgang mit Wasser nimmt ihnen die Scheu und lässt sie später zu sicheren Schwimmerinnen und Schwimmern werden. Das macht nicht nur Spaß, sondern stärkt auch das Selbstbewusstsein Ihres Kindes. Es fühlt sich sicher, stark und fit und kann im Vertrauen auf die eigenen Kräfte Gefahrensituationen im Wasser, aber auch im Alltag leichter und schneller begegnen. Diese Aufgabe dürfen wir aber nicht allein den Schulen aufbürden. Werden Sie, liebe Eltern, eigeninitiativ und ebnen Sie Ihren Kindern den für ihre Entwicklung wichtigen sportlichen Weg. Bringen Sie Ihren Kindern schon frühzeitig selbst das Schwimmen bei, in den Freibädern und Schwimmhallen werden Sie tatkräftig von den Rettungsschwimmern der DLRG unterstützt.

Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt (Kinderarzt) bescheinigen, dass Ihr Kind am Schwimmen teilnehmen darf (Impfschutz, Infekt-Freiheit, intakte Trommelfelle).

Über dich hinauswachsen - sicher Schwimmen lernen!

Mit diesem Slogan wirbt die DLRG, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gemeinschaft.

......und nun nix wie rein ins kühle Nass!

Über den Autor

Dr. med. Klaus-Dieter Schiebold
Dr. med. Klaus-Dieter Schiebold

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Aktuelle Ausgabe06.10.