Was tun bei Leistenbruch?

 

„Du hebst dir noch einen Bruch!“ – Was steckt hinter diesem Spruch, den jeder schon einmal gehört oder selbst ausgesprochen hat? Experten der Asklepios Klinik Lich erläutern Ursachen, Diagnose und Behandlung des Leistenbruchs.

Der Begriff Leistenbruch wird in der Fachsprache „Hernie“ genannt und bezeichnet das Austreten von Eingeweiden aus der Bauchhöhle, wobei die Austrittsöffnung schon angeboren oder erst erworben sein kann. Im Deutschen wird eine Hernie oft nur als Bruch bezeichnet. Sehr bekannt und verbreitet sind in diesem Zusammenhang Nabelbruch und Leistenbruch.

„Bei Brüchen entsteht aufgrund verschiedener Faktoren an einer Schwachstelle am menschlichen Körper eine Lücke, durch die sich Gewebe aus dem Bauchraum vorwölben kann. Die kann eine schmerzhafte und manchmal auch gefährliche Situation darstellen“, erläutert Dr. med. Jochen Sucke, der in der Asklepios Klinik Lich, die Sektion Hernienchirurgie leitet.

Die Bruchformen können dabei sehr unterschiedlich sein, aber auch die Patienten sind nicht alle gleich. Daher ist es wichtig, nicht nur eine einzelne Operationsmethode vorzuhalten, sondern mehrere unterschiedliche Methoden anbieten zu können.

Im Oktober vergangenen Jahres ist die Licher Klinik aufgrund der überdurchschnittlich guten Behandlungsqualität im Bereich Verschluss eines Leistenbruchs von der AOK Hessen mit den bekannten 3 Bäumen ausgezeichnet worden.
„Bereits seit Jahren besitzen wir das Zertifikat „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ der Deutschen Herniengesellschaft. Damit zeichnet die Organisation Kliniken aus, die an der Qualitätssicherungsstudie Herniamed teilnehmen und eine exzellente fachliche Erfahrung nachweisen können“, berichtet der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Privatdozent Dr. med. Thilo Schwandner.

Jochen Sucke ist Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Spezielle Viszeralchirurgie und ein Experte in der Behandlung von komplexen Bauchwandbrüchen. Die Behandlung erfolgt überwiegend mit neuen minimalinvasiven Methoden.

Bruchoperationen gehören zu den häufigsten Operationen in Deutschland, jährlich sind mehr als 350.000 Menschen betroffen.

Um einen Leistenbruch festzustellen, reicht meist eine manuelle Untersuchung durch den Arzt. Dabei kann die Vorwölbung und die Bruchöffnung meist gut ertastet werden. Dennoch kann es notwendig sein, weitere Abklärungen (z. B. Ultraschall) durchzuführen, dies wird patientenindividuell entschieden.

Nicht jede Hernie muss sofort operiert werden. Es ist bei einem Leistenbruch jedoch möglich, dass jederzeit eine Einklemmung mit Schmerzen auftreten kann und dies dann eine Notfallsituation ist, welche einer sofortigen Operation bedarf.

 

Über den Autor

Dr. med. Jochen M. Sucke
Dr. med. Jochen M. Sucke
Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie,
AGAPLESION Evangelisches Krankenhaus Mittelhessen, Gießen

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