Vaskuläre Demenz

Eine vaskuläre (vas = lateinisch für Gefäß) Demenz entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn und ist meist eine Folge mehrerer kleiner Schlaganfälle, welche der Betroffene klinisch gar nicht wahrnimmt, auch Multiinfarktdemenz genannt. Natürlich trifft dies auch auf größere oder große Schlaganfälle zu, auch auf Blutungen im Gehirn. Die betroffenen Regionen werden nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Größere Schlaganfälle werden auch als Hirninfarkt oder Hirninsult bezeichnet. Es verbleiben funktionsgestörte Narbenzonen im Gehirn. Je größer diese Narbengebiete, umso höher besteht die Gefahr einer Demenz. Dabei können schon einzelne kleine Infarkte oder geringe Blutungen zu erheblichen Problemen führen – je nachdem, in welchem Bereich das Gehirn geschädigt wurde.

Eine vaskuläre Demenz beginnt meist im höheren Lebensalter und kann dann auch zusammen mit einer Alzheimer-Demenz auftreten. Beide Formen ähneln sich beispielsweise darin, dass die geistige Leistungsfähigkeit mit der Zeit oft nachlässt. Anders als bei Alzheimer bessern sich bei der vaskulären Demenz manchmal die Symptome jedoch wieder.

Symptome der vaskulären Demenz können sein:

  1. Gedächtnisverlust: Betroffene können Schwierigkeiten haben, sich an kürzlich erlebte Ereignisse oder Informationen zu erinnern.
  2. Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten: Dies kann Probleme beim Denken, Urteilen, Problemlösen und bei der Konzentration mit sich bringen.
  3. Schwierigkeiten mit der Sprache: Betroffene können Probleme beim Sprechen, Verstehen oder Formulieren von Sätzen haben.
  4. Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens: Dies kann sich in Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Aggression oder Rückzug äußern.
  5. Probleme mit der Motorik: Dies kann Gleichgewichtsprobleme, Gangstörungen oder Koordinationsstörungen einschließen.

Die Behandlung der vaskulären Demenz konzentriert sich in der Regel darauf, die zugrunde liegenden Ursachen zu behandeln und den Fortschritt der Erkrankung zu verlangsamen. Hier sind einige Aspekte der Therapie:

  1. Medikamente: Je nach den individuellen Bedürfnissen können Medikamente zur Kontrolle von Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Erkrankungen verschrieben werden, um die Durchblutung des Gehirns zu verbessern und das Fortschreiten der Demenz zu verlangsamen.
  2. Lifestyle-Anpassungen: Gesunde Lebensgewohnheiten wie eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum können dazu beitragen, die allgemeine Gehirngesundheit zu unterstützen.
  3. Therapie: Kognitive Rehabilitationstherapie kann dabei helfen, die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern. Ergotherapie kann dabei unterstützen, Alltagsfertigkeiten zu trainieren und die Unabhängigkeit im täglichen Leben zu fördern.
  4. Kontrolle von Risikofaktoren: Die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Herzkrankheiten ist wichtig, um das Fortschreiten der vaskulären Demenz zu verlangsamen.

Es ist wichtig, frühzeitig medizinische Hilfe zu suchen, wenn Anzeichen einer vaskulären Demenz auftreten. Ein Neurologe oder Geriater kann eine genaue Diagnose stellen und eine angemessene Behandlung empfehlen.

Was tun bei einem großen Schlaganfall?

Ein großer Schlaganfall ist immer ein medizinischer Notfall. Folgende Schritte sollten von Betroffenen oder anwesenden Angehörigen befolgt werden:

  1. Umgehend den Notruf 112 anrufen und Symptome schildern.
  2. Sofern Angehörige anwesend sind, sollten sie die betroffene Person in eine geschützte Position bringen, bei Bewusstlosigkeit vorzugsweise in die stabile Seitenlage, um Erstickungsgefahr zu vermeiden, falls Erbrechen auftritt.
  3. Wenn möglich den genauen zeitlichen Beginn der Symptome notieren. Die Zeit ist ein wichtiger Faktor für mögliche Behandlungen.
  4. Atemwege frei machen, enge Kleidungsstücke öffnen, besonders im Hals- und Brustbereich.
  5. Bitte keine Flüssigkeiten oder Nahrung anreichen.
  6. Bitte keine Medikamente einnehmen oder anbieten, besonders kein Aspirin, es sei denn, ein Arzt hat dies ausdrücklich empfohlen.
  7. Warmhalten des Betroffenen, z.B. mit einer Decke.

Es ist wichtig, keine Zeit zu verlieren und sofort medizinische Hilfe anzufordern. Ein Schlaganfall erfordert eine schnelle medizinische Versorgung, um mögliche Schäden zu minimieren und die besten Chancen auf eine gute Genesung zu gewährleisten.

 

Über den Autor

Dr. med. Ilona Csoti
Dr. med. Ilona Csoti
Ärztliche Direktorin
Gertrudisklinik Biskirchen

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