Ertrinken? Schwimmen lernen!

Die Zahl der Grundschulkinder in Deutschland, die nicht schwimmen können, hat sich verdoppelt.

Diese Meldung der Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Anfang des Jahres 2023, stellt eine Herausforderung dar, die Eltern und Aufsichtspersonen in Bädern und an Stränden („Bademeister“) Sorgen bereiten.

Die Befragung hatte die DLRG nach zuletzt 2017 erneut in Auftrag gegeben. Damals konnten den Angaben der Eltern zufolge, 10 Prozent der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren nicht schwimmen. Nun sind es 20 Prozent.

Gefahren für Nichtschwimmer und auch Schwimmer

Das nasse Element hat eine in den Sommermonaten nahezu unwiderstehliche Anziehungskraft auf Groß und Klein. Doch viele vergessen dabei eine wichtige Sache: Wasser ist nicht die natürliche Umgebung des Menschen.

Mangelnde Aufsicht durch Eltern und Aufsichtspersonen sowie die Unterschätzung der tatsächlichen Gefahren für Kinder, die selbst bei einem kleinen Bach mit geringer Wassertiefe besteht, sind die Hauptursache für Ertrinken im Kindesalter.

Regeln einhalten:

Nimm Rücksicht auf andere Badende, besonders auf kleine Kinder!

Als unsicherer Schwimmer nur bis zur Brust ins Wasser gehen!

Verwende nur sichere Schwimmhilfen (Gütesiegel), Badetiere sind als „Schwimmhilfe“ ungeeignet und auch gefährlich!

Bringe andere Schwimmer nicht durch Stoßen und Untertauchen in Gefahr!

Verlasse beim Auftreten von Übelkeit oder Schwindelgefühl sofort das Wasser!

Meide sumpfige und pflanzendurchwachsene Gewässer!

Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich!

Rufe nie aus Spaß um Hilfe aber hilf anderen, wenn sie in Not sind!

Mache Dich mit den Regeln zur Selbsthilfe im Wasser für unerwartete Situationen vertraut.

 

Badetips der DLRG für Nichtschwimmer und Schwimmer:

Kühle Dich ab, ehe Du ins Wasser gehst, und verlasse das Wasser sofort, wenn Du frierst!

Nur springen, wenn das Wasser unter Dir tief genug und frei ist!

Schifffahrtswege, Buhnen, Schleusen, Brückenpfeiler und Wehre sind keine Schwimm- und Badezonen!

Überschätze im freien Gewässer nicht Kraft und Können!

Schwimmen und Baden an der See ist mit besonderen Gefahren verbunden!

Unbekannte Ufer bergen Gefahren!

Verunreinige das Wasser nicht und verhalte Dich hygienisch!

Ziehe nach dem Baden das Badezeug aus und trockne dich ab!

Meide zu intensive Sonnenbäder!

Geh’ nicht tiefer ins Wasser, als du schwimmen kannst!

Und die Sonne?

Endlich Wochenende oder Urlaub, der Himmel ist blau und die Sonne strahlt... herrlich, „bräunliche gesunde Hautfarbe“, die will ich mit nach Hause nehmen.

Regelmäßig zu spät wird die schon gerötete Haut mit Kleidung oder Tüchern bedeckt, selbst im Schatten wirkt noch die UV-Strahlung an diesen Tagen.

Bei einem Sonnenbrand entzündet sich die Haut, weil sie zu viel ultraviolette Strahlung abbekommen hat.

Die gerötete Haut („der/die sieht ja krebsrot aus“) fühlt sich heiß an, es entsteht ein leicht gespanntes Gefühl mit Schwellungen, es spannt, schmerzt, juckt und brennt.

Wer immer noch nicht begreift, dass sich eine „Verbrennung“ abspielt, erhält „Blasen“, dann Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen.

Allgemeine Regeln zum Verhalten in der Sonne

Halten Sie in den ersten Tagen lieber im Schatten auf und geben Sie so der Haut Zeit, sich an die Sonne zu gewöhnen.

Verzichten Sie in der Sonne auf Deodorants und Parfüms. So vermeiden Sie unschöne Pigmentflecken.

Besonders in der Mittagszeit ist die UV-Strahlung um ein vielfaches höher, vermeiden Sie diese in der Zeit von 12-15 Uhr.

Der beste Schutz ist mit Kleidung, Hut und Sonnenbrille zu erreichen. Eine Sonnenbrille beugt Augenschäden an Linse und Netzhaut vor.

Wer länger schwimmt, sollten die Schultern, Brust und Rücken mit einem T-Shirt oder einer spezieller UV-Badekleidung bedecken.

Cremen Sie alle unbedeckten Hautareale mit Sonnencreme ein, die einen hohen Lichtschutzfaktor ausweist, etwa eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad.

Bei Einnahme von Medikamenten daran denken, dass diese in der Sonne Nebenwirkungen auslösen können.

Kleinkinder gehören nicht in die pralle Sonne. Suchen Sie Schatten und ziehen Sie Ihre Kinder sonnengerecht an.

Auf Sonnencreme sollten Sie im ersten Lebensjahr verzichten.

Zuviel an Sonne schadet der Haut!

 

 
   

Gehören Sie zu den besonders empfindlichen Hauttypen?

Hauttyp I hat eine sehr helle Haut mit Sommersprossen, meist rötliche Haare und blaue Augen. Er wird so gut wie nie braun und schon nach wenigen Minuten intensiver Sonneneinstrahlung im Hochsommer tritt eine Hautrötung auf.

Hauttyp II hat eine helle Haut, selten Sommersprossen, die Haare sind blond bis braun, die Augen blau, grün oder grau. Er hat eine hohe Sonnenbrandneigung; wenn die Haut nicht an die Sonne gewöhnte ist, zeigt sich in der Mittagssonne im Sommer schon nach einer Viertelstunde eine Rötung. Er wird nur wenig braun.

Hauttyp III hat eine helle bis hellbraune Haut, keine Sommersprossen, die Haare sind dunkelblond bis braun, die Augen grau oder braun. Er hat eine geringe Sonnenbrandneigung; die nicht gebräunte Haut zeigt bei hochsommerlicher Sonneneinstrahlung nach etwa einer halben Stunde eine Rötung. Er wird bei mehrmaliger Bestrahlung fortschreitend braun.

Hauttyp IV hat eine hellbraune Haut, dunkle Haare und braune Augen. Er neigt kaum zu Sonnenbrand und wird rasch braun.

Mit Einhaltung von Regeln vermeiden Sie Störungen des Urlaubsglück, viel Erfolg dabei! „Ihr Bademeister“

 

Über den Autor

Dr. med. Klaus-Dieter Schiebold
Dr. med. Klaus-Dieter Schiebold

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