Ein Fachgebiet stellt sich vor

Die Plastische und Ästhetische Chirurgie (Teil 1/5) –



Die meisten Menschen, die dem Fachgebiet der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie noch nicht als Patienten begegnet sind, verbinden meistens die „Schönheitschirurgie“ damit. Dieser Gedanke ist zwar prinzipiell nicht falsch, jedoch ist die ästhetische Chirurgie

- wie es korrekt heißt, wenn der Facharztstandard des Plastischen und Ästhetischen Chirurgen dahinter steht nur eine von vier Säulen des komplexen Fachgebietes.

Nach Abschluss des Medizinstudiums muss ein frisch approbierter Arzt im Rahmen einer sechsjährigen Facharztausbildung seine Qualifikation zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie erwerben. Dieses geschieht dadurch, dass er zum einen seine Facharztausbildung an einer von der Ärztekammer ermächtigten Weiterbildungsstätte absolviert und zum anderen in diesem Zeitraum unter anderem eine bestimmte Anzahl an Operationen unter fachärztlicher Leitung durchführt. Nach Vollendung der Ausbildung durch Erfüllung der operativen Kriterien in dem geforderten Zeitraum, wie auch unter Berücksichtigung der psychosozialen Voraussetzungen des Kandidaten, kann der Facharztkandidat sich nun mit dem entsprechenden Zeugnis zur Facharztprüfung anmelden und diese absolvieren.

Das Fachgebiet, das er von nun an vertritt und in dem er ausgebildet wurde umfasst folgende Bereiche:

  • Rekonstruktive Chirurgie
  • Handchirurgie
  • Ästhetische Chirurgie
  • Verbrennungschirurgie

Obwohl die Ausbildung eines Plastischen Chirurgen alle o.g. Fachbereiche umfasst, finden meistens im Laufe des Weiteren beruflichen Lebens Spezialisierungen statt. Diese passen sich häufig den beruflichen Umständen an. So werden Plastische Chirurgen an Kliniken mit eigenen Abteilungen, so wie an den Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar, häufig nahezu das gesamte Fachgebiet vertreten und durch vorhandene Expertise mit langjähriger Erfahrung und logistischen Möglichkeiten (ambulant, stationär, intensivmedizinische Versorgung, etc…) anbieten.

In dem Spektrum der Verbrennungsmedizin werden jedoch Verbrennungsopfer nur bis zu einer verbrannten Körperoberfläche von 20 Prozent weiter behandelt. Patienten mit höhergradigen Verbrennungen werden nach Erstversorgung an Kliniken verlegt, an denen die entsprechenden Abteilungen der plastischen Chirurgie über eine spezialisierte Verbrennungseinheit verfügen (Verbrennungszentren).

In den vier kommenden Ausgaben des Gesundheitskompasses erläutere ich in übersichtlichen Artikeln die Säulen der Plastischen Chirurgie (Rekonstruktive Chirurgie, Handchirurgie, Ästhetische Chirurgie und Verbrennungschirurgie) und stelle vor, welche Möglichkeiten es am Klinikum Wetzlar gibt.

Über den Autor

Dr. med. Tomislav Dodic
Dr. med. Tomislav Dodic
Chefarzt der Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Klinikum Wetzlar

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Aktuelle Ausgabe05.10.