Das änderte sich für pflegende Angehörige im Jahr 2024:

Neue Leistungen und Unterstützung für die Pflege zu Hause

Der Jahreswechsel brachte erfreuliche Veränderungen für pflegende Angehörige und ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder. Es wurden Maßnahmen ergriffen, um die Situation von pflegenden Angehörigen in Deutschland zu verbessern und ihnen mehr Unterstützung zukommen zu lassen.

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die finanzielle Unterstützung. Das Pflegegeld, das pflegende Angehörige für ihre wertvolle Arbeit erhalten, wird ab Anfang 2024 erhöht. Die Steigerungen sehen wie folgt aus:

Pflegegrad 1:

keine Veränderung

Pflegegrad 2:

Erhöhung von 316 Euro auf 332 Euro

Pflegegrad 3:

Erhöhung von 545 Euro auf 573 Euro

Pflegegrad 4:

Erhöhung von 728 Euro auf 765 Euro

Pflegegrad 5:

Erhöhung von 901 Euro auf 947 Euro

Die Anhebung des Pflegegeldes trägt dazu bei, die finanzielle Belastung in der häuslichen Pflege und Betreuung zu mindern und die so wichtige Arbeit der Familien angemessener zu honorieren.

Auch die Pflegesachleistungen werden ab Januar 2024 angepasst:

Pflegegrad 1:

keine Veränderung

Pflegegrad 2:

Erhöhung von 724 Euro auf 761 Euro

Pflegegrad 3:

Erhöhung von 1.363 Euro auf 1.432 Euro

Pflegegrad 4:

Erhöhung von 1.693 Euro auf 1.778 Euro

Pflegegrad 5:

Erhöhung von 2.095 Euro auf 2.200 Euro

Mit den Pflegesachleistungen wird der ambulante Pflegedienst bezahlt. Aufgrund der stark gestiegenen Kosten in den letzten beiden Jahren, wurde eine deutliche Anhebung der Leistungen gefordert.

Eine weitere bedeutende Verbesserung betrifft die Möglichkeit, sich von der Arbeit freistellen zu lassen, um Angehörige zu pflegen. Ab 2024 können sich pflegende Angehörige einmal pro Kalenderjahr für insgesamt 10 Tage von der Arbeit beurlauben lassen, um sich ganz auf die Pflege ihrer Liebsten konzentrieren zu können. Bis Ende 2023 war dies im Rahmen des Pflegeunterstützungsgeldes nur einmalig möglich.

Pflegende Angehörige haben ein großes Bedürfnis der pflegenden Angehörigen nach Entlastung. Diese Maßnahmen ermöglichen es pflegenden Angehörigen, flexibler auf die Bedürfnisse ihrer hilfsbedürftigen Familienmitglieder einzugehen. Dank der Anhebung der finanziellen Leistungen wird auch die Finanzierung der sogenannten 24 Stunden Betreuung einfacher. Die Betreuung zu Hause ermöglicht einen Verbleib in den eigenen vier Wänden, trotz zeitaufwendiger Pflege und Betreuung. Das Pflegeheim wird so bestenfalls vermieden, was zu einer höheren Lebensqualität beiträgt.

Die Anhebung der Versicherungsleistungen kommt auch den pflegenden Angehörigen zugute. Sie erhalten eine gerechtere finanzielle Entlohnung für ihre anspruchsvolle Arbeit. Der Gesetzgeber setzt damit ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Unterstützung für die vielen pflegenden Angehörigen in Deutschland. Die Verbesserungen im Jahr 2024 sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Pflegesituation im Land nachhaltig zu verbessern. Weitere Änderungen sind aber noch nötig.

 

Über den Autor

Martina Stamm
Martina Stamm
Promedica, Wetzlar
Aktuelle Ausgabe2/2024