Knieendoprothetik

„Verschleißerscheinungen der Gelenke sind häufig. Sie betreffen ab dem 35. Lebensjahr etwa 50 Prozent aller Menschen, ab dem 60. Lebensjahr sind bereits 100 Prozent erreicht. Ein solcher Gelenkverschleiß (Arthrose) entsteht durch Vererbung, falsche oder vermehrte Beanspruchung, Krankheiten oder auch nach einem Unfall,“ informiert Prof. Dr. Antonio Krüger, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Kindertraumatologie der Asklepios Klinik Lich.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und orientieren sich am Grad des Gelenkverschleißes. Dabei ist auch das Alter des Betroffenen entscheidend. Die konservative Behandlung beinhaltet Gewichtsreduktion und das Einschränken oder Vermeiden von Überlastung. Physiotherapeutische Maßnahmen und die Behandlung mit Medikamenten gehören ebenfalls zum Spektrum konservativer Therapiemöglichkeiten. Entscheidende Bedeutung hat das Aufrechterhalten der Mobilität. Eine Einschränkung der körperlichen Aktivität zieht eine Verschlechterung der Gelenke nach sich.

Es stehen ebenfalls verschiedene operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Jedoch sind auch hier der Zustand des Gelenkes und das Alter des Patienten maßgeblich für die Therapieempfehlung. Wenn alle Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen, um die Schmerzen zu verringern und die Beweglichkeit aufrecht zu erhalten, kommt ein Gelenkersatz in Frage.

Ist die Implantation eines künstlichen Kniegelenkes geplant, muss mit dieser Operation gleichzeitig eine notwendige Korrektur der Beinachse erfolgen. X- und O-Beine müssen wieder gerade werden. Dies wird durch eine exakte Computerplanung ermöglicht. Neben dem vollständigen Gelenkersatz kann in ausgewählten Fällen eine Schlittenprothese, die nur einen Teil des Kniegelenkes ersetzt, verwendet werden.

In Lich wird die differenzierte Prothesenplanung vor einer Operation am digitalen Röntgenbild mittels Computer durchgeführt. Winkel, Abstände und Größen der Prothese können vor der Operation exakt ausgemessen werden.

Damit Betroffene anschließend fit und aktiv ihren Alltag gestalten können, ist die Physiotherapie entscheidend. Das schonende Bewegungstraining beginnt daher am Tag nach der Operation und wird unter fachkundiger Anleitung auch in einer Rehabilitation fortgesetzt.

Über den Autor

Prof. Dr. med. Antonio Krüger
Prof. Dr. med. Antonio Krüger
Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Kindertraumatologie,
Asklepios Klinik Lich

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Aktuelle Ausgabe04.07.