
Wenn die Sensibilität von Händen und Füßen gestört ist
Mit fortschreitendem Alter treten häufig Missempfindungen in Händen und Füßen auf, die von Kribbeln, „Ameisenlaufen“, Empfindungsstörungen und Schmerzen bis hin zu Taubheitsgefühlen reichen.
Dieser Prozess verläuft über eine lange Zeit schleichend und wird oft ignoriert, bis eines Tages brennende Schmerzen auftreten oder kein Gefühl mehr in Händen und Füßen vorhanden ist. Gehen und Greifen wird zur Qual, oft schmerzen die Glieder im Ruhezustand, oder man ist unsicher beim Gehen, da der Untergrund nur unvollständig wahrgenommen wird. Kraftverlust und Stürze können daraus resultieren.
Eine Ursache dieser Symptome liegt in einer Schädigung der Nervenstruktur, die aus verschiedenen Gründen entzündet ist und sich langsam auflöst. Im Beinbereich wandert die Schädigung über die Schienbeine bis zum Knie hoch, im Fingerbereich betrifft sie die Fingerspitzen bis zum Handgelenk. Die Greiffunktion der Hand ist betroffen. Die Schädigung bei einer Auflösung der Nerven tritt immer in beiden Füßen und in beiden Händen auf.
Eine weitere Ursache dieser Symptomatik ist eine Durchblutungsstörung.
Arterien oder Venen sind durch Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes, sowie hohe Blutfettwerte in ihrer Funktion bereits beeinträchtigt, durch die Stauung im umgebenden Gewebe werden die Nerven gepresst und die Durchleitung der Nervenimpulse behindert. Die Schädigung kann bei einer Störung der Durchblutung auch einseitig auftreten.
Dies alles kommt nicht „über Nacht“, sondern voraus geht oft eine jahrelange Vergiftung der Nerven durch einseitige Ernährung, Alkohol, Nikotin, unzureichende Bewegung, Langzeitmedikamente, Umweltgifte, Immunkrankheiten, Allergien sowie auch Infektionen.
In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Schädigung der Nerven, die Behinderung von Durchblutung, Kreislauf und Stoffwechsel einem „Schleim“ zugeordnet, der durch die Stauungen in Händen und Füßen gebildet wird. Aufgrund der Schwerkraft setzt sich dieser Schleim als Erstes in den Füßen ab, deshalb werden Missempfindungen auch zuerst in den unteren Extremitäten bemerkt.
Die Zugangswege für die Ernährung der Muskulatur und den Zellen verstopfen sich, die Nervenleitung ist gestört oder sogar unterbrochen. So kommt es zu Kribbeln, Schmerzen und anschließend tauben Fingern und Füßen.
In der westlichen Medizin wird dieses Krankheitsbild der Polyneuropathie zugeordnet und mit chemischen Mitteln therapiert.
Aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin hilft hier eine Therapiekombination von Akupunktur und Schröpfen, chinesischer Kräutertherapie, Ernährungsumstellung und einer Verbesserung des Lebensstils. Der durch die Therapie gebesserte Zustand kann erhalten und sogar fortgeführt werden.
Durch Akupunktur werden die Nerven stimuliert, der Wiederaufbau der Struktur angestoßen und die Nervenbahnen wieder durchgängig gemacht. Der Körper reagiert auf die Impulse des geschädigten Nervs und baut neue Strukturen auf. Die Zellstruktur wird durch das Schröpfen gestärkt, der Stoffwechsel angeregt, die Durchblutung gefördert, die Nervenzellen besser ernährt und wieder regeneriert.
Durch die individuell abgestimmte Kräutertherapie greift die traditionelle chinesische Medizin von innen her direkt in den Stoffwechsel des Körpers ein, das Verdauungssystem transportiert die Kräuter in die Zellen und sorgt somit für einen Energieschub, der sich positiv auf die geschädigten Nerven auswirkt und mithilft, ihre Struktur wiederherzustellen.
Eine Ernährungsumstellung ist meistens notwendig, damit die Therapie wirken kann und es keine Rückfälle in den alten Zustand gibt. Alle entzündungshemmende Nahrungsmittel sind zu empfehlen, vor allem Fisch, Nüsse, Beeren und Gemüse, sowie Olivenöl und Leinsamenöl, als Getränke sind Tees und Wasser sowie alkoholfreies Hefeweizen empfehlenswert.
Süßgetränke, Limonaden und Alkohol (führt zu Vitamin B-Mangel) sind eher zu meiden, sowie Kohlehydrate im Übermaß, Zucker und Weißmehl. Wenn möglich sollte auch auf Rindfleisch und Schweinefleisch verzichtet werden, sowie auf scharfe Gewürze. Vegane Ernährung ist nicht vorteilhaft für die Behandlung einer Nervenschädigung, da hier das wichtige Vitamin B fehlt, das für den Aufbau der Nerven essentiell ist. Grundsätzlich sollte man alles Extreme in der Ernährung vermeiden, z.B. nur salzarm, vegan oder glutenfrei essen.
Für eine ganzheitliche Therapie im Sinne der traditionellen chinesischen Medizin ist die Verbesserung des Lebensstils wichtig, durch regelmäßige Bewegung, wie z.B. Spaziergänge, Radfahren oder auch Schwimmen werden Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung gebracht, die Durchblutung verbessert und damit die Ernährung der Zellen gesteigert. Dem Nervensystem werden Reize zur Verfügung gestellt, die seinen Wiederaufbau befördern. Der Körper als Ganzheit regeneriert sich wieder und den Nervenschädigungen kann erfolgreich Einhalt geboten werden.
Limin Li
Naturheilpraxis TCM GmbH, Linden