Das Herbstwetter - Gelenkschmerzen in unserem Körper

Es ist wieder Herbst geworden. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und das Wetter ist wechselhaft. Es ist die Jahreszeit der Ernte und der bunten Blätter, aber für viele Menschen ist es der Zeitpunkt, an dem der Körper sich wieder meldet. Häufig führen die Zugluft, Feuchtigkeit und Nässe dazu, dass sich Ihre bereits bekannten Muskel- und Gelenkschmerzen wieder sehr unangenehm zeigen. Auch die Zahl der normalen Erkältungen, Grippewellen und anderen Infekten steigt in dieser Jahreszeit an. Wir alle haben schon einmal gespürt, wie der Körper sich dann anfühlt, wenn das Immunsystem arbeitet, wie z.B. während eines Fiebers. Da schmerzen mitunter die Gelenke sehr.

Bleiben Sie aktiv

Jetzt ist genau der richtige Moment, dem Körper und seinem Immunsystem ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ein starkes Immunsystem ist genauso wenig ein Zufall, wie ein flexibel und kräftig trainierter Körper. Durch die manchmal unfreundlich wirkende Jahreszeit sind die Muskeln und das Bindegewebe nicht so entspannt wie im Sommer. Diese erhöhte Grundspannung kann dazu führen, dass Muskeln sich verspannter und steifer anfühlen, wodurch die Gelenke fester aufeinandergedrückt werden. Der vermehrte Gelenkdruck fördert eine schlechtere Durchblutungssituation und es kommt z.B. mehr Reibung in den Gelenken an. Für die betreffende Person bedeutet das dann: Gelenkschmerzen. Ein weiterer Faktor für zusätzliche Schmerzen in dieser Jahreszeit ist das abnehmende Tageslicht. Die vermehrte Dunkelheit beeinflusst unseren Hormonhaushalt negativ - wir fühlen uns schlapp, müde und verspannt. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren und das „auf der Couch lümmeln“ macht mehr Spaß als sich aufzuraffen und sich zu bewegen. Aber: Schmerzen sind das Ergebnis vieler kleiner, ungesunder Entscheidungen im Alltag. Gerade in dieser Jahreszeit ist Bewegung wichtig, denn durch Bewegung aktivieren wir die Flüssigkeitsproduktion in den Gelenken, wodurch eine Gelenkernährung wieder stattfinden kann.

Was tun gegen Gelenkschmerzen?

Schaffen Sie die Grundlage mit einer abwechslungsreichen, vorwiegend pflanzenbasierten Ernährung. So stellen Sie sicher, dass diese Ihnen wichtigen Nährstoffe liefert und dazu beiträgt das Immunsystem zu stärken, um die Zell- und Knochengesundheit zu erhalten. Bewegen Sie sich häufiger, machen Sie gezielt Übungen, stärken Sie die Muskulatur sowie Ihr Bindegewebe und verbessern Ihre Beweglichkeit. Achten Sie in dieser kühleren Jahreszeit unbedingt auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Diese ist der Grundstein für eine gute Gelenkfunktion. Bei den meisten Menschen herrschen Stress und zu hohe Spannungen im Körper. Sie fühlen sich nach dem morgendlichen Aufstehen nicht vital und erholt. Das Schlafen in Seitlage ist zu werten wie eine „liegende Sitzhaltung“. Die Längenverhältnisse und Muskelanspannungen werden in dieser Lage nicht gut ausgeglichen (tagsüber sitzen wir viel zu häufig und nachts rutschen wir quasi wieder in dasselbe Muster). So fällt es vielen Menschen schwer, morgens gut und flexibel aufzustehen. Ein erholsamer Schlaf ist wichtig für die Reparations- und Regenerationsphase unseres Körpers. Versuchen Sie die Schlafposition immer einmal zu ändern, indem Sie sich in die Rücken- oder auch Bauchlage begeben.

Die tägliche Routine

Mit den passenden Gewohnheiten sind Sie bestens vorbereitet für diese Jahreszeit. Unterstützen können Sie sich mit entzündungshemmenden Nahrungsmitteln. Fragen Sie Ihren Arzt oder Therapeuten nach Nahrungsergänzungsmitteln wie: Vitamin D3+K2, Magnesium, Omega 3 und B-Vitamine. Essen Sie Nüsse, Blattgemüse, Beeren und alles, was noch „frisch“ verfügbar ist. Wärme entspannt, also nutzen Sie die Sauna oder nehmen ein warmes Bad. Hierzu empfehle ich gerne einen Basenzusatz. Diese Basensalze neutralisieren Übersäuerungen und fördern eine gute Stoffwechselsituation, die wir in dieser Jahreszeit gut gebrauchen können.

Meine Übungstipps:

1. Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl und legen Ihr linkes Bein über das rechte. Richten Sie den Oberkörper so weit auf, wie es Ihnen möglich ist und gehen in ein Hohlkreuz. Mit diesem Hohlkreuz lehnen Sie sich aufrecht sitzend immer weiter nach vorne, bis Sie eine Position finden, wo es im Gesäß oder in der Hüfte zieht. Bleiben Sie weiterhin sehr aufrecht sitzen und steigern diese Dehnung innerhalb der nächsten 2 Minuten. Führen Sie dasselbe dann auf der anderen Seite durch.

2. Stellen Sie sich in einer Schrittstellung hin. Nehmen Sie sich ein unflexibles Band (Koffergurt, Bademantelschlaufe o.ä.) und heben dieses über Kopf, öffnen den Brustkorb und ziehen Ihre Arme soweit über Kopf nach hinten, bis das Band sich strafft. Die Ellenbogen sollten dabei ganz gestreckt sein. Das Bande sollte in der Breite so sein, dass Sie es gestrafft hinter Ihrem Rücken nach unten ziehen können und ebenso mit gestreckten Ellenbogen das Ganze wieder nach oben holen können. Atmen Sie ruhig weiter und üben in langsamer Ausführung diese Bewegung für 2 Minuten.

Kommen Sie aktiv und schmerzfrei durch den Herbst, Ihre Petra Müller

Über den Autor

Petra Müller
Petra Müller
Physiotherapeutin, Heilpraktikerin
LNB Schmerztherapiepraxis Wetzlar

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