
Raumschiff Enterprise und die Grippeimpfung (Influenzaimpfung)
Alle Jahre wieder steuern wir auf die saisonale Grippezeit zu. Diese ist in unserem Teil der Welt in den Herbst- und Wintermonaten, also üblicherweise zwischen Anfang Oktober bis Mitte Mai. Als Grippewelle bezeichnet man dabei den Zeitraum erhöhter Influenza-Aktivität, wenn die Zahl der Infektionen am höchsten ist.
Grippeviren mutieren häufig, das bedeutet, dass sich z.B. ihre Oberfläche verändert - dementsprechend müssen die Impfstoffe immer wieder neu angepasst werden. Das hat zur Folge, dass die Impfstoffe alljährlich entsprechend der aktuellen Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hergestellt werden. Die Empfehlung berücksichtigt dabei die aktuell weltweit zirkulierenden Influenzaviren der Typen A und B.
Für die jetzige Saison werden trivalente Impfstoffe (diese Saison auch erstmalig für Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln), oder - für Risikogruppen, also z.B. Personen ab 60 Jahren - der hochdosierte, bzw. adjuvantiere Grippeimpfstoff von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.
Was hat die Grippeimpfung nun aber mit einer Science-Fiction-Serie zu tun, die im September 1966 das erste Mal im Fernsehen lief? Nun erstmal nicht ganz so viel, jedoch war ich schon immer neidisch auf ein ganz bestimmtes medizinisches Gerät - das sogenannte „Hypospray“ was zu Beginn der Serie Dr. McCoy „Pille“ und später Dr. Crusher verwendet haben um Medikamente und Impfungen (ja, die gibt es im 24. Jahrhundert offensichtlich auch noch) schmerzlos in z.B. den Oberarm des Patienten* zu injizieren – und das ganz ohne Nadel.
Soweit sind wir in der Medizin heute leider noch nicht – obwohl wir heutzutage sehr dünne Nadeln mit einem feinen Schliff verwenden gehört ein „Pieks“ heute auch noch wie jedes Jahr zur Grippeimpfung (oder allgemein den meisten Impfungen) dazu.
Es bleibt aber zu hoffen, dass unsere Kinder oder Enkel später von dieser oder einer ähnlichen Erfindung profitieren können, so wie wir das heute schon durch Smartphones, Tablets oder künstlicher Intelligenz können – die vor fast 60 Jahren bei Raumschiff Enterprise täglich verwendet, in der realen Welt von damals jedoch noch Zukunftsmusik waren.
Bis dahin bleibt uns leider nur der „Pieks“ mit der Nadel um die Grippeimpfung zu bekommen. Ich hoffe aber auch dieses Jahr, dass sich vor allem die unter uns, die zu dem besonders gefährdeten Personenkreis gehören (z.B. ab 60 Jahren oder mit Vorerkrankungen) sich davon nicht abhalten lassen und wir alle gesund über den Herbst und Winter kommen.
Über den Autor

Ärztlicher Leiter Werksärztlicher Dienst Wetzlar e.V.
Facharzt für Innere Medizin, Infektiologie
Facharzt für Arbeitsmedizin
