
Prehabilitation
Optimale Vorbereitung der Patienten auf den Eingriff
Für jeden unserer Patienten ist der Eingriff etwas Besonderes. Ein neues Gelenk zu erhalten ist eine große Veränderung und eine sehr aufregende Angelegenheit. In der ATOS Orthopädischen Klinik Braunfels spielt nicht nur die Operationsqualität eine wichtige Rolle. „Die Vorbereitung der Patienten ist mitunter genauso wichtig wie der Eingriff selbst und die entsprechende Nachbehandlung. Aus diesem Grund habe ich, Dr. Anna-Maria Fritzsche, gemeinsam mit Herrn Peter Klaus, Inhaber der Praxis Physio Aktiv, die Veranstaltung „Prehabilitation“ ins Leben gerufen. Gemeinsam schulen wir die Patienten vor dem Erhalt einer Prothese.“
Zahlreiche Studien haben belegt, dass eine Vorbereitung der Patienten einen positiven Effekt über das Outcome haben. Es zeigen sich weniger postoperative Komplikationen, die Schmerzen sind geringer, die Patienten erreichen schneller ihre volle Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit wieder, die Lebensqualität steigt und die Krankenhausaufenthaltsdauer kann verkürzt werden.
Inhalte der Veranstaltung sind unter anderem, wie man sich auf den Eingriff vorbereiten kann. Es wird ausführlich gezeigt und gemeinsam geübt, wie man mit Unterarm Gehstützen umgeht und das richtige Gangbild trainieren kann. Die Muskulatur, das Gleichgewicht und die Koordination sind relevant, um nach dem Eingriff rascher auf die Beine zu kommen. Da nicht jeder Patient die gleiche Ausgangssituation hat, kann man Übungen an jeden Leistungsstand anpassen. Ob man im Liegen übt, im Sitzen, oder im Stehen, vielleicht sogar mit Widerstand oder Wackelbrett, entscheidet sich am aktuellen Leistungsniveau des Einzelnen. Relevant ist, so früh wie möglich am Muskelaufbau und der Koordination, wie auch am Gleichgewicht zu arbeiten. Das Training kann an individuelle Interessen angepasst werden. „Wichtig ist auf jeden Fall, dass man seinen Körper auf die Operation vorbereitet,“ so Peter Klaus, jahrelanger Therapeut der Patienten in der ATOS Klinik Braunfels. „Patienten trainieren bei uns im Rehasport sowohl vor als auch nach der Operation. Man kann feststellen, welche Defizite Menschen haben. Bei manchen muss die Beweglichkeit verbessert werden, bei anderen ist der Muskelaufbau relevant.“ In der Veranstaltung Prehabilitation, die wöchentlich stattfindet, werden Möglichkeiten gezeigt, welche Übungen man durchführen kann. Dadurch kann man selbständig zu Hause seinen Körper auf die Operation vorbereiten. Wenn man dabei Unterstützung benötigt, kann unter Anleitung Reha Sport oder Physiotherapie durchgeführt werden.
Neben dem Körper sollten auch Prozesse und Abläufe genau erklärt werden. Umso mehr man weiß, desto weniger unerwartete Dinge kommen auf einen zu. Deshalb wird in der Veranstaltung genau erklärt, wann welcher Termin stattfindet, welche Unterlagen oder Befunde man benötigt und wie der stationäre Aufenthalt abläuft, bis hin zur Entlassung in die Reha. Auch Chefarzt Dr. Lucas Berger ist von der Einführung der Prehabilitation überzeugt.
„Bei Kniepatienten zeigt sich aktuell eine optimale Kombination bei Patienten, die durch die Veranstaltung Prehabilitation vorbereitet sind, und zusätzlich robotergesteuert operiert werden. Wir haben nun 500 Patienten mit dem Roboter ROSA operiert. Die Ergebnisse waren von Anfang an überzeugend. Aber mit dem zusätzlichen Vorbereitungstraining zeigt sich eine optimale postoperative Beweglichkeit. Patienten stehen direkt am OP-Tag auf und belasten zum ersten Mal das operierte Bein. Da das Gehen mit den Gehstöcken schon trainiert wurde, ist eine Mobilisierung deutlich einfacher und das Treppensteigen kann frühzeitig geübt werden.“
Chefarzt Dr. Josef Dürager berichtet, dass nicht nur 500 Patienten erfolgreich mit dem Roboter „Rosa“ operiert wurden, sondern dass es sich in Braunfels um ein Anerkanntes Rosa Ausbildungszentrum handelt. Diese Anzahl der Operationen durch unsere erfahrenen Chirurgen, in Kombination mit der optimalen Vorbereitung und Nachbehandlung zeigt unzählige zufriedene Patienten.
Patienten, die eine künstliche Hüfte erhalten, berichten, dass direkt nach dem Eingriff der „Arthroseschmerz“ im Hüftbereich weg ist. Durch die Prehabilitation sind die Patienten vorbereitet, was nach der OP erlaubt ist und was nicht. Eine rasche Mobilisierung ist möglich.
Sollten Sie an Beschwerden im Bereich der Hüfte oder des Kniegelenkes leiden, können Sie gerne einen Termin zur Beratung vereinbaren.


