
Neuropathien mit Akupunktur behandeln
Akupunktur ist das Mittel der Wahl, wenn es um die Behandlung von Neuropathien geht. Neuropathie ist der Oberbegriff für jede Nervenschädigung im Nervensystem der Arme und Beine. Beeinträchtigung der Nerven und daraus resultierende Schmerzen und Taubheitsgefühle können durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Am häufigsten sind Neuropathien aufgrund von Diabetes mellitus. Schäden der peripheren Nerven, insbesondere an den Füßen, treten bei fast allen Diabetikern auf – egal ob Typ 1 oder Typ 2 – und führen zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Krämpfen, Missempfindungen und Gangunsicherheit. Weitere Ursachen für Neuropathien sind entzündliche Autoimmunerkrankungen und auch Chemotherapeutika, vor allem in der Krebstherapie. Die herkömmlichen Behandlungsmethoden bieten nicht immer ausreichende Linderung und sind häufig mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden.
In der traditionellen chinesischen Medizin setzt man daher auf die Akupunktur, um den Nerv direkt zu beeinflussen und eine Wiederherstellung der Erregungsleitung herbeizuführen.
Eine sehr häufige Form der Neuropathie sind die „restless legs“. Man liegt nachts im Bett und möchte schlafen, doch in den Beinen kribbelt es, es juckt und zuckt, und man kommt nicht zur Ruhe. Das restless-legs-Syndrom ist eine neurologische Störung, die einen Bewegungsdrang in den Beinen auslöst. Die Beschwerden treten hauptsächlich am Abend und in der Nacht auf, ebenso wenn man für eine längere Zeit zur Ruhe kommen will. Der Schlaf ist gestört und die Lebensqualität auf lange Sicht beeinträchtigt.
Symptome der „restless legs“ sind ein häufiger Bewegungsdrang und mangelndes Gefühl in den Beinen. Dazu kommt noch Unruhe, ein Druck- und Spannungsgefühl in den Waden und den Oberschenkeln. Ebenso kann Juckreiz auftreten, wie auch pochende Schmerzen oder sogar Hitzeempfindungen. Bewegung bessert die Symptome nur kurzfristig, sitzt man oder liegt man länger, so kommen die Beschwerden zurück.
Die Ursachen für „restless legs“ liegen in einer Veränderung im Nervensystem. Eisenmangel, sowie ein Ungleichgewicht im Dopamin-Haushalt führen zur Störung der Erregungsleitung im Nerv. Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der hilft, Nervenreize zu übertragen und Bewegungen zu kontrollieren und zu koordinieren. Ebenso tritt das „restless-legs-Syndrom“ nach der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten auf, vor allem Betablocker für Herzkrankheiten oder auch Antidepressiva. Weiterhin beeinflussen auch chronische Krankheiten die Funktion der Nerven, vor allem Nierenschwäche, Migräne oder auch das Reizdarmsyndrom.
Anfangs sind die Beschwerden noch erträglich, sie steigern sich aber im Lauf der Jahre. Zunächst erscheinen sie vorwiegend abends und nachts und auch in Ruhe. Ist die Krankheit schon fortgeschritten, so treten die Symptome auch tagsüber auf, vor allem wenn man sich ausruhen will. Bei schweren Formen können auch Beschwerden in den Armen dazukommen. Die Gabe von Eisentabletten, Dopamin-Antagonisten, Gabapentin oder Pregabalin wirkt nur kurzzeitig und behebt die Ursache der „restless-legs“ nicht.
In der traditionellen chinesischen Medizin werden die Nerven durch Akupunktur stimuliert und Gegenreize gesetzt, die zu einer Normalisierung der Nervenfunktion führen. Gleichzeitig werden Impulse über die Erregungsleitung zum Gehirn gesendet, die direkt auf die Hirnfunktion einwirken und auch die Produktion von Hormonen (Dopamin) steuern und wieder ins Lot bringen.
Andere Neuropathien wie z.B. das Karpaltunnelsyndrom oder auch die Polyneuropathie können ebenso mit Akupunktur behandelt werden. Bei der Polyneuropathie sind mehrere Nerven gleichzeitig betroffen, sie äußert sich in Taubheitsgefühlen, Missempfindungen, Kribbeln oder auch Schmerzen der unteren Extremitäten, vor allem der Fußsohlen. Besteht die Polyneuropathie schon länger, sind auch die Waden und Unterschenkel von Missempfindungen betroffen. Die Symptomatik ist die gleiche wie bei dem „restless-legs-Syndrom“. Hier ist Akupunktur das Mittel der Wahl, um auch längerfristig die Sensibilität der Extremitäten wieder herzustellen.
Beim Karpaltunnelsyndrom ist nur ein einziger Nerv betroffen, der die Bewegung der Finger steuert. Ist der schmale Durchgang im Handgelenk durch eine Schwellung von Sehne und umliegenden Gewebe blockiert, so drückt dies auf den Nerv und er kann keine Impulse mehr in die Hand senden. Das äußert sich in Schmerzen und Reizausfall des betroffenen Gebiets. Die Finger werden taub und verlieren ihre Greif- und Haltefunktion. Ursachen hierfür sind eine mechanische Überbelastung des Handgelenks, sowie auch nervenschädigende Langzeitmedikation. Als operative Maßnahme wird das Querband über dem Handgelenk durchtrennt, dadurch wird der eingeklemmte Nerv freigegeben. Ein chirurgischer Eingriff ist nicht immer risikofrei, deshalb setzt die traditionelle chinesische Medizin hier auf die Akupunktur, die den Nervenreiz erhalten kann und das umgebende Gewebe zum Abschwellen bringt. Akupunktur ist universell einsetzbar, am deutlichsten zeigt sich ihre Wirkung jedoch im Bereich des Nervensystems.
Limin Li
Naturheilpraxis TCM GmbH, Linden