Hüftgelenksarthroskopie

Schmerzen im Bereich des Hüftgelenks lassen sich häufig nicht sofort eindeutig zuordnen, da sie anfangs unspezifisch sind. Zumeist in der Leiste lokalisiert, imponieren die Beschwerden häufig als Einklemmungsschmerzen oder bestimmte Bewegungen sind nicht mehr möglich. Betroffene lagen, dass sie sich nicht mehr Schuhe und Strümpfe allein anziehen können. Bei all diesen Bewegungen kommt es zum Anschlagen des Schenkelhalses nahe am Oberschenkelkopf an den Pfannenrand am Beckenknochen. Das Anschlagen tritt bei Bewegungen in Beugung bei gleichzeitiger Drehung des Hüftgelenks nach innen auf.

Zumeist bekommen die Patienten gesagt, dass man hier nur Schmerzmittel und Krankengymnastik verordnen kann und wenn die Beschwerden noch schlimmer werden, bleibt nur das künstliche Hüftgelenk übrig. Sind die Knochenanbauten an Hals und oder Pfannenrand oder ist ein Knorpelschaden im Hüftgelenk noch nicht zu weit fortgeschritten, bedeutet dies eventuell jahrelange Schmerzen und Leiden. Durch das wiederholte Anschlagen des Schenkelhalses an der Pfanne kommt es mit der Zeit zu einer Schädigung oder einem Riss der Gelenklippe (Labrum). Auch entstehen Schäden am Knorpel, der Gleitfläche des Gelenks, was dann unter Umständen zu einer Hüftarthrose führen kann.

Hier kann mit einer Hüftarthroskopie das eigene Hüftgelenk länger erhalten werden. Entweder besteht die Möglichkeit, die Knochenkonturen abzuschleifen und/oder die Gelenklippe zu nähen.

An der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Justus-Liebig-Universität Gießen am Universitätsklinikum Gießen und Marburg bietet die Sektion Hüftchirurgie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christian Heiß als Klinikdirektor und Privat-Dozent Dr. med. Christoph Biehl als leitender Oberarzt die arthroskopische Therapie von frühen Veränderungen am Hüftgelenk an. Ziel ist es, eine endoprothetische Versorgung des Hüftgelenkes so lange wie möglich zu verhindern.

Hierbei ist die Hüftgelenksarthroskopie ein minimal-invasiver Eingriff, bei dem ein kleines Kamerasystem (Arthroskop) und feine Instrumente durch winzige Schnitte in die Hüfte eingeführt werden. Mit der Kamera kann der Arzt das Innenleben des Hüftgelenks sichtbar machen und gezielt Probleme behandeln, ohne dass ein offener Gelenkszugang nötig ist.

Typische Behandlungsbereiche sind zum Beispiel Knorpel- oder Kapselprobleme, Freie Gelenkkörper (Gelenksteine), ostemechanische Pathologien oder kleine Veränderungen am Labrum (Knorpellippe des Pfannenrandes). Doch nicht jeder Hüftschmerz ist durch eine Arthroskopie gut behandelbar. Vor einer möglichen Operation wird anhand der Anamnese, körperlichen Untersuchung und Bildgebung (meist MRT) bewertet, ob eine Arthroskopie sinnvoll ist. Ist auch durch eine krankengymnastische Beübung keine Besserung oder zumindest Linderung der Beschwerden erreichbar, kann eine Arthroskopie des Hüftgelenks erwogen werden. Je nach Befund dauert die Operation in der Regel 30–90 Minuten und die Patienten sind nach dem Eingriff rasch wieder mit Gehstützen mobil. In Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKGM kann der Eingriff ambulant oder als kurzer Klinikaufenthalt durchgeführt werden.

Doch auch bei richtiger Indikation und optimaler Operation kann eine Arthroskopie zwar Schmerzen lindern, Funktion verbessern oder mechanische Probleme entfernen; aber sie heilt nicht alle Hüftprobleme und ist kein Patentrezept gegen Hüftschmerzen. Das Gelenk wird dadurch nicht wieder 20 Jahre alt.

In allen Fragen zu Problemen an der Hüfte steht
Ihnen das Team der unfallchirurgischen Poliklinik,
Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Gießen (UKGM) mit Rat und Tat zur Seite.

Über den Autor

Dr. med. Christoph Biehl
Diakon, Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
UKGM Gießen

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