Gut geschützt mit Parkinson:
Warum Sonnenschutz besonders wichtig ist

Für Parkinson-Betroffene sind Maßnahmen zum Sonnenschutz und regelmäßige Kontrollen beim Hautarzt besonders wichtig, denn es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Parkinson-Krankheit und einem erhöhten Risiko für ein malignes Melanom.

Warum Menschen mit Parkinson häufiger ein Malignes Melanom entwickeln, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Forschung diskutiert mehrere mögliche Erklärungen:

Gemeinsame biologische Mechanismen: Sowohl die Nervenzellen, die bei Parkinson betroffen sind, als auch die Pigmentzellen der Haut (Melanozyten) nutzen ähnliche Stoffwechselwege, die mit dem Pigment Melanin (schwarzer Farbstoff) zusammenhängen. Veränderungen in diesen Signalwegen könnten sowohl die Parkinson-Erkrankung als auch die Entstehung von Melanomen begünstigen.

Genetische Faktoren: Einige Gene, die mit Parkinson in Verbindung gebracht werden, könnten auch das Melanomrisiko beeinflussen. Am bekanntesten sind Veränderungen im Alpha-Synuclein-Gen (SNCA), welches bei Parkinson durch Fehlfaltung zu Verklumpungen in Hirnzellen führt. Es wird aber auch in den Pigmentzellen der Haut gebildet. In Studien wird darüber berichtet, dass die Bildung von Alpha-Synuclein sowohl bei Parkinson als auch bei Melanomen verändert sein kann. Weitere interessanteste gemeinsamen Kandidatengene sind MC1R, LRRK2, PARKIN (PRKN), PINK1 und DJ-1 (PARK7). Viele dieser Gene beeinflussen Melaninbildung, oxidativen Stress oder die Funktion der Mitochondrien – Prozesse, die sowohl bei Parkinson als auch bei Melanomen eine Rolle spielen können.

Gemeinsame Umwelt- oder Alterungsprozesse: Oxidativer Stress, Entzündungsprozesse und altersbedingte Zellschäden spielen sowohl bei Parkinson als auch bei der Krebsentstehung eine Rolle.

Medikamente als Ursache? Früher wurde vermutet, dass das Parkinson-Medikament Levodopa das Melanomrisiko erhöht. Die meisten neueren Studien sprechen jedoch eher dafür, dass die erhöhte Melanomrate mit der Parkinson-Erkrankung selbst zusammenhängt und nicht primär durch Levodopa verursacht wird.

Wichtig ist auch: Der Zusammenhang scheint in beide Richtungen zu bestehen. Menschen mit Parkinson haben häufiger Melanome, und Menschen mit einem Melanom haben statistisch auch etwas häufiger Parkinson als die Allgemeinbevölkerung. Das spricht für gemeinsame biologische Ursachen und weniger für einen reinen Medikamenteneffekt.

Aus diesem Grund gelten für Parkinson-Betroffene besondere Schutzmaßnahmen:

  • Sonne möglichst meiden, insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr,
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30, besser 50+) verwenden und regelmäßig nachcremen,
  • Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen,
  • Hut mit breiter Krempe oder Nackenschutz aufsetzen,
  • Textilen Sonnenschutz nutzen, z. B. langärmlige, dicht gewebte Kleidung und UV-Schutzkleidung,
  • Schatten aufsuchen, wenn ein Aufenthalt im Freien notwendig ist,
  • Die Haut regelmäßig auf neue oder veränderte Pigmentflecken kontrollieren und ärztliche Hautkontrollen wahrnehmen.

Wie erkennt man ein Malignes Melanom?

Man sollte seine Haut regelmäßig selbst betrachten, schwer einsehbare Stellen könnten von Angehörigen kontrolliert werden. Sollten Auffälligkeiten – wie unten aufgeführt – auftreten, ein zeitnahes Hautkrebs-Screening beim Hautarzt wahrnehmen.

Es gibt eine ABCDE-Regel:

A – Asymmetrie

B – Begrenzung unregelmäßig, Ränder unscharf

C – Color (mehrere unterschiedliche Farben)

D – Durchmesser größer als 6 mm

E – Wachstum/Entwicklung/Veränderung

➡ Jede auffällige Veränderung sollte ärztlich untersucht werden.

Parkinson betrifft nicht nur die Bewegung – auch die Haut verdient Aufmerksamkeit.

Sonnenschutz und regelmäßige Hautkontrollen können entscheidend sein!

Über den Autor

Dr. med. Ilona Csoti
Dr. med. Ilona Csoti
Ärztliche Direktorin
Gertrudisklinik Biskirchen

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