
Jedes Jahr 400 Badetote...warum?
Leider verkündet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) jedes Jahr, dass es in der vorausgehenden Badesaison wieder knapp 400 Badetote gab. Die Analyse der erfassten tödlichen Badeunfälle ergab, dass „nur“ 393 bundesweit waren. Gleichzeitig sind aber mehr junge Menschen betroffen gewesen, in der Altersklasse der 11–30-Jährigen starben 73, im Jahr 2024 sind es 51 gewesen. Unter den 73 Ertrunkenen war nur eine Person weiblich.
In jeden einzelnen Fall wird nach dem schrecklichen Ereignis die Frage gestellt: „WARUM“.
Die Ursachen sind vielfältig und werden vom der DLRG zusammengefast: Ignorieren von Gefahren in unbeaufsichtigten Gewässern, Selbstüberschätzung, mangelnde Schwimmfähigkeiten, Alkoholgenuss, Unachtsamkeit, Leichtsinn...
Die Statistik vom Jahr 2024 unterstreicht im Besonderen die Gefahren in Badeseen, die im Sommer von Urlaubern besucht werden. In Bayern mit seinen vielen Seen starben bei Badeunfällen 84 Menschen.
Das nasse Element hat auf Groß und Klein eine in den Sommermonaten nahezu unwiderstehliche Anziehungskraft. Doch viele vergessen dabei eine wichtige Sache: Wasser ist nicht die natürliche Umgebung des Menschen. Blauer Himmel, sanfter Wind, und strahlende Sonne, in heimischen Gefilden ebenso gewünscht, wie in der Ferne. Doch schnell getrübt sind frohe Stunden, wenn einige Regeln nicht eingehalten werden:
Die DLRG nennt grundlegende Baderegeln:
- Nimm Rücksicht auf andere Badende, besonders auf kleine Kinder!
- Als unsicherer Schwimmer nur bis zur Brust ins Wasser gehen!
- Verwende nur sichere Schwimmhilfen (Gütesiegel), Badetiere sind als „Schwimmhilfe“ ungeeignet und auch gefährlich!
- Bringe andere Schwimmer nicht durch Stoßen und Untertauchen in Gefahr!
- Verlasse beim Auftreten von Übelkeit oder Schwindelgefühl sofort das Wasser!
- Meide sumpfige und pflanzendurchwachsene Gewässer!
- Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich!
- Rufe nie aus Spaß um Hilfe aber hilf anderen, wenn sie in Not sind!
- Mache Dich mit den Regeln zur Selbsthilfe im Wasser für unerwartete Situationen vertraut.
Generell gilt: Das Schwimmen sollte grundsätzlich nur in überwachten Bereichen, unter geschulter Badeaufsicht (Schwimmmeistern) stattfinden. Die wichtigsten Tipps für die „Alten“: Gehen Sie langsam ins Wasser...verlassen Sie das Wasser langsam...verlassen Sie das Wasser mehrmals hintereinander (Pausen)...verbessern Sie Ihre Schwimmtechnik!
Darüber hinaus sind gut gemeinte Bade-Tips der DLRG, wichtig für Nichtschwimmer und Schwimmer:
- Kühle Dich ab, ehe Du ins Wasser gehst und verlasse das Wasser sofort, wenn Du frierst!
- Nur springen, wenn das Wasser unter Dir tief genug und frei ist!
- Schifffahrtswege, Buhnen, Schleusen, Brückenpfeiler und Wehre sind keine Schwimm- und Badezonen!
- Überschätze im freien Gewässer nicht Kraft und Können!
- Schwimmen und Baden an der See ist mit besonderen Gefahren verbunden!
- Unbekannte Ufer bergen Gefahren
- Verunreinige das Wasser nicht und verhalte Dich hygienisch!
- Ziehe nach dem Baden das Badezeug aus und trockne dich ab!
- Meide zu intensive Sonnenbäder!
Vorbeugen ist besser als heilen: Schwimmen kann das Herz fit halten
Auffällig häufig tritt der Ertrinkungstot bei Älteren auf. Knapp jedes dritte Unfallopfer, dessen Alter bekannt ist, war älter als 70 Jahre, Ursache Herz-Kreislauf-Versagen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft empfiehlt angesichts der zunehmenden Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ein moderates Schwimmtraining, denn Schwimmen ist und bleibt gesund.
Ursachen für Badetod oder Badeunfall mit Ertrinken
Der Badeunfall durch Ertrinken entsteht durch das „Einatmen des Wassers“ und die daraus folgende Blockade der Atemwege.
Der Unterschied besteht darin, dass ein Badetod durch plötzliches Versagen wichtiger Körperfunktionen eintritt, also ein „natürlicher“ Tod, der zufällig beim Schwimmen/Baden geschieht. Alle plötzlichen Erkrankungen mit Atem- oder Kreislaufstillstand, wie Hirnblutung, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörung mit Kammerflimmern und die Formen des Reflextodes sind dafür verantwortlich.
Vermeidbarer Sprung in den Rollstuhl
Das Unterschätzen der Wassertiefe besonders in unbekannten Seen ist für gute Schwimmer eine große Gefahr, wenn das „Vergnügen“ mit einem Hechtsprung beginnt. Der „Genickbruch“, die Verletzung der oberen Halswirbelsäule kann sofort tödlich sein, die hohe Querschnittslähmung ist fatal.
Leichtsinn und Übermut, was für eine Tragik!

