60 Jahre Albert-Schweitzer-Kinderdorf Hessen e.V.
Ein Zuhause, das Zukunft schenkt

In diesem Jahr feiert der Verein Albert-Schweitzer-Kinderdorf Hessen e. V. sein 60-jähriges Bestehen. Sechs Jahrzehnte Engagement für Kinder und Jugendliche in Not.

Als der Verein 1966 in Frankfurt gegründet wurde, stand dahinter die Vision, einen Ort zu schaffen, an dem Kinder in stabilen familiären Beziehungen aufwachsen können – mit Geborgenheit, Verlässlichkeit und echten Zukunftschancen. 1972 erfolgte der erste Spatenstich für das heutige Hanauer Kinderdorf.

Ein weiteres wichtiges Kapitel begann Anfang der 1980er-Jahre in Mittelhessen. 1980 wurde in Wetzlar der Grundstein für ein zweites Kinderdorf gelegt. Der Bedarf an Jugendhilfeplätzen in der Region war groß.

Auf dem Gelände an der Stoppelberger Hohl entstanden sechs Wohnhäuser sowie ein Verwaltungs- und Therapiegebäude. 1981 eröffnete die erste Familiengruppe, zwei Jahre später wurde das gesamte Kinderdorf offiziell eingeweiht.

 

Was einst mit einigen stationären Familiengruppen begann, ist heute ein breit gefächertes Hilfesystem. Neben Familien- und Wohngruppen gibt es eine Mädchenjugendwohngruppe, eine Inobhutnahmestelle, zwei Tagesgruppen, eine Wochengruppe, eine pädagogisch-therapeutische Wohngruppe sowie ambulante Angebote für Familien. Ziel all dieser Angebote ist es, Kindern und Jugendlichen Halt zu geben und ihnen Perspektiven zu eröffnen – sei es durch die Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder den Schritt in ein eigenständiges Leben.

Allein im Kinderdorf Wetzlar leben derzeit 134 Kinder und Jugendliche. Die meisten von ihnen sind traumatisiert ­­­- durch Gewalt, Vernachlässigung oder Missbrauch. Umso wichtiger ist ein Umfeld, das Stabilität, Vertrauen und langfristige Beziehungen bietet.

Gleichzeitig verändern sich die Herausforderungen. Psychische Belastungen und psychiatrische Problemlagen nehmen bei vielen Jugendlichen deutlich zu. Um diesen jungen Menschen besser helfen zu können, hat der Verein im vergangenen Jahr eine pädagogisch-therapeutische Wohngruppe in Hüttenberg-Reiskirchen eröffnet.

Doch gute Betreuung braucht auch ausreichende Ressourcen. Die Finanzierung der Kinderdörfer erfolgt vor allem über Entgelte der Jugendämter. Diese decken heute jedoch meist nur noch die grundlegende Versorgung ab. Die angespannte Finanzlage, steigende Kosten sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Unsicherheiten erschweren die Arbeit des Vereins zusätzlich – und lassen gleichzeitig die Spendenbereitschaft sinken. Das heißt: Viele Angebote, die für die persönliche Entwicklung der Kinder entscheidend sind, werden nicht finanziert. Hier sind Spenden unverzichtbar.

Sie ermöglichen Freizeitangebote im sportlichen, kreativen und musikalischen Bereich, die Kindern Selbstvertrauen und für die Entwicklung wichtige Erfahrungen schenken. Sie helfen dabei, neue pädagogische Konzepte zu entwickeln und zusätzliche Plätze für Kinder in Not zu schaffen. Auch die Instandhaltung der Häuser und Außengelände, digitale Ausstattung für Schule und Ausbildung sowie Fortbildungen für die Mitarbeitenden werden durch Spenden unterstützt.

Kurz gesagt: Viele der Chancen, die Kindern im Kinderdorf geboten werden können, entstehen erst durch das Engagement von Förderern aus der Region.

Zum 60-jährigen Jubiläum blickt der Verein deshalb nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. Die vergangenen Jahrzehnte zeigen, was möglich ist, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam handeln.

Mit Ihrer Unterstützung können auch in Zukunft Kinder, die schwere Wege hinter sich haben, einen Ort finden, an dem sie Sicherheit, Vertrauen und neue Perspektiven finden.

 

Kontakt:

Albert-Schweitzer-Kinderdorf Hessen e.V.

Kinderdorf Wetzlar

Stoppelberger Hohl 92-98

35578 Wetzlar

Tel.: 06441 7805-37

Mail: s.scharfe@ask-hessen.de

www.ask-hessen.de

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