Mut zu Reformen:
Der APPH zum Gespräch im Hessischen Landtag

Uwe Bördner (1.Vorsitzender der APPH) und Timo Sattler waren zum pflegepolitischen Gespräch im Hessischen Landtag geladen. Der APPH (Arbeitsgemeinschaft privater Pflege- und Hilfsdienste Mittelhessen e.V.) ist ein Zusammenschluss von privaten Anbietern im mittelhessischen Raum.

Durch vorangegangene intensive Gespräche und Diskussionen mit Vertretern der lokalen Politik war es gelungen dank Herrn Frank Steinraths (Landtagsabgeordneter der CDU) einen Termin in Wiesbaden zu vereinbaren bei Frau Stefanie Klee. Frau Klee (Landtagsabgeordnete der CDU und Sprecherin für Pflegepolitik) selbst kommt aus der direkten Pflege. Als ehemalige Leiterin einer Senioreneinrichtung hatte sie sämtliche Stationen als ausgebildete Fachkraft bereits durchlaufen und begrüßte die Teilnehmer freundlich und offen mit dem direkten „opener“ zum brisant aktuellen Thema der Bundesregierung und deren angedachten Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem.

Refinanzierung vom ersten Tag an, als das GVWG (Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung) in Kraft getreten ist, war auch seitens Frau Klee der spannende Knackpunkt, an dem sich viele Fragen stellten und die kaum zu beantworten sind- bis zum heutigen Tag. Wie geht es weiter? Was müssen Pflegeeinrichtungen befürchten, wenn ein Teil der stetig steigenden Löhne durch Budgetdeckelungen nicht refinanziert werden, zumal bis heute die Refinanzierung nicht abschließend geklärt und logisch nachvollziehbar ist?

Im Gespräch mit Frau Klee und Herrn Steinraths war eine Sache ganz entscheidend: Das Verständnis für die Komplexität in der Pflege ist da, die Pflege bekommt mehr Aufmerksamkeit durch die gezielte Aufklärung unseres Systems, welche Budgets stehen wem zu, bei welchem Pflegegrad erhalte ich welche Leistungen, wofür werden Gelder genutzt- und wofür werden Gelder missbraucht? Auch dieses Thema konnten wir offen diskutieren. Anteilige Auszahlung von Pflegegeld als Aufstockung der Rente oder Mitfinanzierung der Enkel sind keine Lösung des Problems und gleichzeitig aber ein nicht unerheblicher Teil, der aktiv eingespart werden kann, wenn man es richtig angeht. Ob Pflegegrade, so wie sie jetzt abgebildet sind bestehen bleiben, zusätzliche Geld- und Sachleistungen weiterhin im Bestand bleiben, muss offen diskutiert werden. Über eine Abschaffung verschiedener Leistungen können hohe Millionenbeträge eingespart werden. Das System Pflege gehört grundsätzlich saniert, es ist zu komplex und zu kompliziert und vielerorts nicht verständlich für die Betroffenen. Das muss leichter gehen und auch das entspricht dem, was der mitgebrachte Fragenkatalog der APPH beabsichtigte.

Eins stellte sich ganz klar heraus: AMBULANT vor stationär ist weiterhin der Leitspruch und muss auch so stehen bleiben im Versorgungssystem, bevor Krankenhäuser und stationäre Einrichtungen aufgrund von „Überflutung“ zusammenbrechen. In Würde alt werden und das am besten in den eigenen vier Wänden sollte das Ziel eines Jeden sein, der für seine Familie nur das Beste will.

Aufgabe der Politik und der Pflegeanbieter muss es sein, den Finger in die Wunde „Pflegeversicherung“ zu legen und offen und zukunftsweisend über das Thema Pflege von Morgen zu reden. Ebenso müssen die Pflege- und Krankenkassen verpflichtet werden, politischen Willen umzusetzen und ihren Verpflichtungen nachzukommen, damit die Anbieter auch Morgen noch qualifizierte Pflege anbieten können.

Weitere Infos unter: apph@apl-leun.de

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Uwe Bördner

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Aktuelle Ausgabe01.10.