Lipödem –
verbesserte Lebensqualität durch Therapiekombinationen

Das Lipödem ist eine chronische, krankhafte Fettverteilungsstörung, dessen Ursache bisher ungeklärt ist. Betroffen sind ausschließlich Frauen. Die Erkrankung tritt meist in einer Phase hormoneller Veränderungen auf, beispielsweise in der Pubertät, Schwangerschaft oder den Wechseljahren. Das Lipödem kann sowohl bei sehr schlanken, aber auch bei kräftigen Frauen auftreten. Bezüglich der Zahl der Erkrankten bestehen zurzeit keine genauen wissenschaftlich gesicherten Angaben, man vermutet jedoch eine hohe Dunkelziffer, da insgesamt eine Unsicherheit bezüglich der Diagnosestellung herrscht.

In etwa 60% der Erkrankungsfälle wird eine genetische Komponente mit einer familiären Häufung beschrieben. Wissenschaftler vermuten außerdem eine hormonelle Ursache bei der Erkrankung. Das Lipödem hat eine Tendenz, sich im Laufe der Zeit zu verschlimmern, was aber nicht bei allen Erkrankten der Fall sein muss.

Das Lipödem unterteilt sich in 3 Stadien:

  • Stadium I: Glatte Hautoberfläche, feinknotige Fettstruktur
  • Stadium II: Unebene Hautoberfläche, grobknotige Fettstruktur
  • Stadium III: Hartes Gewebe, deformierte Fettlappen.

Typische Symptome des Lymphödems sind eine Disproportion von Rumpf und Extremitäten, vor allem der Beine. Dort lagert sich vermehrt Fett und Flüssigkeit ein, welches das typische Bild von Reithosen- oder Pumphosenbeinen ergibt. Bei einem Lipödem sind die Füße nicht von der Schwellung betroffen.

Die Erkrankten leiden außerdem an Spannungsgefühlen und Schmerzen in den Beinen, die vor allem bei warmen Temperaturen oder auch nach langem Stehen und Sitzen auftreten. Krankheitstypisch ist außerdem das häufige Auftreten von Hämatomen im Bereich der betroffenen Arme oder Beine.

Die Patientinnen fühlen sich oftmals in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt, was einerseits eine Folge des kosmetischen Aspektes ist, aber auch durch die dauerhaften Schmerzen und das Scheuern der Wulstbildungen beim Gehen bedingt sein kann.

Die Diagnosestellung erfolgt mittels Anamnese, Inspektion und Palpation der betroffenen Gebiete. Der Einsatz weiterer Untersuchungsmethoden zur genaueren Ödem Diagnostik ist sinnvoll.

Aufgrund der Unkenntnis über das Krankheitsbild werden zum Teil immer noch falsche Therapieempfehlungen wie Diäten oder Abführmittel ausgesprochen. Diese können das Krankheitsbild jedoch sogar weiter verschlimmern.

Eine operative Therapie des Lipödems ist in manchen Fällen durch eine Fettabsaugung (Liposuktion) indiziert. Hierbei werden Fett und Flüssigkeit aus dem Gewebe abgesaugt. Da pro Eingriff jedoch maximal 4 Liter reines Fett abgesaugt werden können, sind je nach Ausmaß mehrere Operationen notwendig und es kann, wie bei jedem operativen Eingriff, zu postoperativen Komplikationen kommen.

Die wissenschaftlichen Leitlinien zur konservativen Behandlung des Lipödems empfehlen eine Ödemreduzierung mittels Komplexer Physikalischer Entstauungstherapie (KPE), welche aus Manueller Lymphdrainage und Kompressionsbandagierung oder Kompressionsstrümpfen, sowie Krankengymnastik besteht. Diese sollte besonders zu Beginn der Therapie mehrmals wöchentlich für mindestens 45 bzw. 60 Minuten durchgeführt werden. In der darauffolgenden Erhaltungsphase ist die Lymphdrainage nur noch 1-2 Mal pro Woche notwendig.

Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe für die Ödemtherapie können bei Notwendigkeit durch den Arzt verordnet werden. Bei Orthopädie Gerster in Wetzlar werden diese individuell an den Patienten angepasst.

Der Kompressionsstrumpfhersteller medi bestärkt Patientinnen, selbstbewusst für mehr Lebensqualität die Kompressionsstrümpfe zu tragen. Die Neuheiten sind Inspiration für viele Styles und Outfits und bieten noch mehr Tragekomfort. Mit den Farben Lila, Rosa, Beere und Grau und den Mustern Flower, Animal, Crosses und Ornaments bietet medi 16 Kombinationen bei den Fashion-Elementen.

Sowohl die operativen, als auch konservativen Verfahren müssen durch entsprechende Fachkräfte mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung durchgeführt werden. Aufgrund der Aufwendigen Behandlungen, ist eine enge Kooperation zwischen Ärzten, Lymphtherapeuten und Orthopädietechnikern notwendig um ein optimales Behandlungsergebnis für den Patienten zu erzielen.

Das Rehazentrum kerngesund! bietet ihnen in Zusammenarbeit mit Orthopädie Gerster einen umfassenden Ansatz zur Therapie des Lipödems nach den neusten Erkenntnissen der Wissenschaft.

Für Fragen oder weitere Informationen:

Kathrin Bamberger (Therapie und Manuelle Lymphdrainage)
Email: kathrin.bamberger@kerngesund-wetzlar.de

Alexa Gerster (Kompressionsstrümpfe und Hilfsmittel)
E-Mail: info@ortho-gerster.de

Über den Autor

Kathrin Bamberger
Kathrin Bamberger
Teamleitung Physiotherapie, Rehazentrum kerngesund!
Aktuelle Ausgabe1/2019