Die „SchmerzfreiWoche“

Viele Patienten kommen in meine Liebscher & Bracht Praxis, um Ihre Schmerzzustände anzugehen und loszuwerden. Manchmal haben Sie die Schmerzzustände schon sehr lange und nicht selten haben sie irgendwo gesagt bekommen: „Damit müssen Sie leben.“

„Damit müssen Sie leben“

Diese so ausgesprochenen Worte entsprechen mittlerweile überhaupt nicht mehr den Erfahrungen, die wir L&B Schmerztherapeuten täglich machen.

Alle Schmerzzustände sind im Modell von L&B zunächst immer sogenannte Alarmschmerzen, die den Menschen auf ein Problem hinweisen und diesen warnen wollen. Durch die üblicherweise mit Schmerzen einhergehenden Einschränkungen der Bewegung werden weitere Schädigung der Strukturen verhindert. So weit ist das erst einmal sinnvoll, der Körper schützt sich. Es fehlt oft jedoch der Impuls zur Heilung, der Betroffene ändert selten sein (Bewegungs-) Verhalten. Wenn anstelle dessen Schmerzmittel den Alarmschmerz ausschalten, werden oft Strukturen weiter geschädigt. Der Körper will sich durch mehr Schmerzaussendung schützen. Die Dosis der Schmerzmittel wird erhöht. Ein Teufelskreislauf, den viele Schmerzpatienten kennen.

Jeder Schmerzpatient wird bei mir mit der L&B Osteopressur behandelt. Dabei werden sozusagen eingefahrene Spannungsprogramme in den Muskeln und Faszien gelöscht. Dann sollte der Patient an seinen Engpässen mit den L&B Schmerzfreiübungen arbeiten. Er erhält individuelle Übungen, welche er zu Hause regelmäßig machen sollte. Soweit der Plan.

Nun zur Realität: Im Alltag geht das manchmal etwas unter. Berufliche und private Dinge, die Routine, lassen Viele in ihren alten Mustern verharren. Deshalb ist es für Schmerzpatienten eine große Chance, abseits Ihres Alltags etwas zum Wohle Ihrer Gesundheit zu tun und sich „gesunde Routine“ anzueignen. Bewährt hat sich dabei ein Konzept: Die SchmerzfreiWoche.

Was passiert da?

In einer SchmerzfreiWoche erleben die Teilnehmer eine Kombination aus täglichen Liebscher-Bracht Behandlungen kombiniert mit individuellen Engpassdehnungen. Es gibt intensive und hoch effektive Therapietage.

In der Gruppe mit Gleichgesinnten üben – individuell im separaten Raum behandelt werden. Meine persönliche Meinung dazu ist: Die SchmerzfreiWoche ist der größte Hebel, um den (Aus-) Weg in die Schmerzfreiheit anzugehen und ein gutes Lebensgefühl zu erhalten. Das bestätigen mir Teilnehmer immer wieder.

Die SchmerzfreiWoche im Detail

In einer Kleingruppe finden täglich 2-3 Einheiten a´ 2 Stunden statt. Eine SchmerzfreiWoche besteht aus insgesamt ca. 20 Stunden gefüllt mit Vorträgen, Behandlungen und ganz viel Üben. Konkret: Täglich werden die Teilnehmer mit der L&B Osteopressur behandelt, gekoppelt mit Bewegung, Achtsamkeit und Ernährung. Gemeinsam in der Gruppe hat den Vorteil, dass es den Teilnehmern viel leichter fällt, mit anderen Schmerzpatienten in die Übungen zu gehen, sich gegenseitig zu motivieren, mit viel Energie und Körperbewusstsein ein anderes Lebensgefühl zu erlangen.

Jederzeit voll fokussiert auf die eigenen Schmerzzustände, werden diese vom ersten Tag an gezielt und individuell angegangen. Die schmerzverursachenden Engpässe zu reduzieren, bedeutet, dass Regionen im Körper, in denen sich unflexible Muskeln und Faszien befinden, wieder nachgiebig und flexibel werden. So erlernen die SchmerzfreiWoche-Teilnehmer die 12 wichtigsten Schmerzfrei-Engpass-Übungen inklusive der dazugehörenden Faszienrollmassage.

So findet echte und meist auch langfristige Veränderung statt. Im Körper, aber auch im (Selbst-) Bewusstsein. In der Gruppe sieht man an den anderen Teilnehmern, dass sich deren Befinden im Laufe der Tage Schritt für Schritt verbessert.

Ein Lebenskonzept

Die Teilnehmer erhalten ein individuell persönliches Schmerzfrei-Home-Programm, denn jeder sollte in Sachen Gesundheit und gesundem Lebensstil Eigenverantwortung für sich und seinen Körper übernehmen. Mit täglich geringem Zeitaufwand wird auch zu Hause weitergeübt. Die Teilnehmer werden durch diverse kleine Gesundheitsvorträge sensibilisiert mehr auf sich und Ihre Körpersignale zu achten. Die Sprache des Körpers zu verstehen, die Schmerzursache begreifen ist die Grundvoraussetzung der ganzheitlichen L&B Schmerztherapie. Die Rolle von sogenannten indirekten Schmerzfaktoren wie z.B. Umfeldfaktoren, eine basenorientierte Ernährung, Achtsamkeit und Meditation wird den Schmerzpatienten anschaulich gemacht.

Kommt der Alltag wieder, so sollte jeder Teilnehmer eine Selbsthilfestrategie mit Übungskonzept haben, um dauerhaft schmerzfrei bleiben zu können.

Diese bewusstere Lebensweise ist die Chance auf ein aktives, schmerzfreies Leben mit viel Wohlbefinden.

Ihre Petra Müller

Über den Autor

Petra Müller
Petra Müller
Physiotherapeutin, Heilpraktikerin
LNB Schmerztherapiepraxis Wetzlar

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