Brustschmerz, der nicht vom Herzen kommt

Als Ursache für diese Schmerzen, die mehr in der Tiefe des Brustkorbs emp­funden werden, kommt häufig das Herz in Frage. Der Gedanke an Herzinfarkt liegt nahe. Bei einem Infarkt werden die Schmerzen oft als drückend und be­klemmend oder gar vernichtend empfunden. Häufig treten zugleich Symptome wie Übelkeit, Blässe, Schweißausbrüche und Atemnot auf. Ähnlich äußern sich auch die bei einer Verkalkung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) auftretenden Brustschmerzen (Angina pectoris).

Es können aber auch Blockaden der Brustwirbelsäule oder der Rippen die Be­schwerden auslösen

Insgesamt besitzt der Mensch 12 Rippenpaare, die sich von der Brustwirbelsäule vom Rücken aus in Richtung Körpervorderseite erstrecken. Jede Rippe hat eine gelenkige Verbindung an den Brustwirbelkörpern, die sich bei der Atmung be­wegen.

Diese Rippen-Wirbel-Gelenke, wie alle anderen Gelenke auch, sind anfällig für unvorhergesehene Verschiebung der Gelenkflächen also sogenannte Blockaden auslösen können. Diese Blockaden führen in aller Regel zu schmerzhaften Be­wegungseinschränkungen, und beeinträchtigt den Atemvorgang.

Wie entstehen die Rippenblockaden?

Oftmals ist für die Blockade ein ruckartiges Anheben von schweren Gegenstän­den oder eine unglückliche Verdrehung des Oberkörpers verantwortlich. Jedoch stellt eine Rippenblockade für sich genommen zumeist keinen Notfall dar und deblockiert sich in vielen Fällen von alleine wieder. Diese Beschwerden können aber auch hartnäckig bleiben und den Alltag beeinträchtigen.

Aus den Schmerzen resultieren sehr oft Bewegungseinschränkungen; eine Art Sperre bei Drehungen der Wirbelsäule. Auch die Atmung ist dann eingeschränkt und löst Ängste und Unbehagen aus. In diesem Fall verursacht eine Rippenblo­ckade ganz ähnliche Symptome wie ein Herzinfarkt.

Treten die Beschwerden ausschließlich bei bestimmten Bewegungen oder beim Einatmen auf, liegt der Verdacht auf eine Rippenblockade nahe.

Typischerweise fragt der Arzt in so einem Fall, ob die Beschwerden unabhängig von der Atmung und Bewegung auftreten oder sich beispielsweise durch Bewe­gungsänderungen beeinflussen lassen. Liegt tatsächlich ein Herzinfarkt als ver­ursachender Faktor für das Beschwerdebild vor, bleiben die Symptome nämlich von forcierten Ein- und Ausatemzügen und Bewegungsänderungen im Brust­korb gänzlich unbeeindruckt. Wohingegen sich die Beschwerden bei Rippenblo­ckaden als Ursache bei tiefer Einatmung und Bewegungsveränderungen verstär­ken.

Ist ärztlicherseits das Herz als Ursache ausgeschlossen bzw. eine Blockade fest­gestellt, muss letzteres behandelt werden.

Wirbelsäule- oder Rippenblockade

Vor der Behandlung muss untersucht werden ob eine Wirbelsäulen- oder Rip­penblockade oder beides vorhanden sind.

Die Behandlung einer Rippenblockade

ist in den meisten Fällen rein konservativ durch eine manuelle Intervention des Therapeuten. Ziel ist es die Blockade zu lösen bzw. um mindestens eine Linde­rung der akuten Schmerzsymptomatiken zu erreichen. Andererseits sollte die Behandlung auch einer erneuten Rippenblockade vorbeugen, also präventiven Schutz bieten.

Die Behandlung einer Rippenblockade erfolgt durch genaues Ertasten dieser festen Struktur. Mit Hilfe von intensiver Atmung und gleichzeitiger Fixierung des Rippenbogens entsteht Gegenspannung der entsprechenden Rippe und die Blockade kann gelöst werden.

Die Behandlung einer Wirbelsäulenblockade:
Im Sprachgebrauch heißt es oft: „Der Wirbel ist draußen“

Es ist kein Wirbel draußen, sondern es sind lediglich zwei Wirbelkörper inei­nander verhakt oder von den umgebenden Muskeln und Bändern so zusam­mengehalten, dass der Bereich als Schmerzstelle empfunden wird. Eine Lösung kann erreicht werden durch genaues Aufspüren der zwei blockierten Wirbelkör­per die dann gegeneinander verwrungen werden um eine Entspannung des um­gebenden Gewebes zu erreichen. Das wäre der Idealfall von Behandlung. Leider ist es oft anders. Die Wirbelkörper können sich unterschiedlich miteinander verhaken dies erfordert Erfahrung, Können und ein gutes Gespür in Kombination mit Geduld und Glück um dies aufzulösen.

Gegen Blockaden vorbeugen

Eine Blockade entsteht bei Verspannung des umgebenden Muskelgewebes. Da­rum ist es hilfreich für ein gutes Muskelgleichgewicht zu sorgen. Dies kann man erreichen durch Bewegungen die Spass machen z.B. Spazieren gehen, Tanzen, Schwimmen, Rad fahren, oder auch Yoga, Progressive Muskelrelaxation, etc.

 

Über den Autor

Claudia Agne
Aktuelle Ausgabe2/2019