COPD – bald eine Volkskrankheit?

Die Krankheitsbezeichnung „COPD“ ist die Abkürzung für eine Lungenerkrankung, die zunehmend mehr Bundesbürger betrifft. Die WHO rechnet damit, dass die Erkrankung in einigen Jahren an dritter Stelle der häufigsten Erkrankungen auf der ganzen Welt steht.

Die Abkürzung ist international gebräuchlich und leitet sich von der englischen Bezeichnung ab (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Auf Deutsch kann man dies übersetzen als „Chronische Bronchitis mit Verengung der Bronchien“. Die Erkrankung ist durch ständigen Husten und wachsende Atemnot gekennzeichnet.

Die Hauptursache für die Erkrankung ist das langjährige Zigarettenrauchen, viel seltener entsteht die Erkrankung auch durch ständig wiederkehrende Bronchitis oder durch berufliche Staubbelastungen.

Die COPD entwickelt sich, wenn ein Raucher für lange Zeit eine Schachtel Zigaretten pro Tag geraucht hat. Dies ist bei Männern dann im Durchschnitt nach 30 Lebensjahren Rauchen der Fall, bei Frauen zum Teil schon nach 20 Jahren. Die ersten Krankheitsbeschwerden treten dann im 40. – 50. Lebensjahr auf.

Danach schreitet die Erkrankung stetig voran. Sie verläuft in vier Krankheitsstadien:

I. In der ersten Phase bestehen kaum Beschwerden, die Lunge arbeitet noch weitgehend regelrecht. Die Funktionswerte sind um ca. 20% verringert. Da gute körperliche Reserven für die Lungenarbeit bestehen, fällt dies im Alltag nicht auf.

II. In der zweiten Phase kommt es bei starker körperlicher Belastung zu Atemnot. Das führt dazu, dass der Kranke die anstrengenden Wege wie z. B. Treppensteigen eher meidet.

III. In der dritten Phase tritt schon bei leichter Anstrengung Atemnot auf, die Erkrankung bestimmt zunehmend den Alltag. Die Lunge arbeitet nur noch mit 30-50 % ihrer Kapazität. Luftnot besteht jetzt beispielsweise schon bei leichten Einkäufen.

IV. In der vierten Phase fällt sogar das Atmen bei Bewegung in der Wohnung schwer, manchmal sogar schon in Ruhe.

Die Erkrankung ist nicht heilbar.

Was kann man tun?

Durch frühzeitiges Erkennen der Erkrankung und frühzeitige Therapie lässt sich die Erkrankung aufhalten oder zumindest ein schnelles Fortschreiten eindämmen.

Am wichtigsten dazu ist der Verzicht auf Tabakrauchen. Die medikamentöse Therapie kann die Atembeschwerden deutlich verbessern. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass der Kranke im Alltag körperlich aktiv bleibt und seine „Atemwerkzeuge“ trainiert. Durch die Umstellung der Lebensgewohnheiten und insbesondere durch Training der Atmung und der Extremitätenmuskulatur lässt sich die Aktivität im Alltag deutlich verbessern.

Über den Autor

Dr. Rainer Becker
Dr. Rainer Becker
Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, Wetzlar
Aktuelle Ausgabe2/2018