Gemeinsam aktiv gegen Krebs

Krebserkrankungen stellen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Krankheitsform in Deutschland dar. Im Jahr 2018 betrug die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland etwa 493 000 Fälle.

Durch die Erkrankung selbst, aber auch durch die Behandlung mit Chemotherapie oder Bestrahlung, erleben die Betroffenen oftmals körperliche Einschränkungen.

Bewegung und Sport spielen auch für an Krebs erkrankte Menschen eine wichtige Rolle. Wissenschaftliche Studien konnten aufzeigen, dass sich die meisten Patienten hierdurch besser fühlten. Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf den Gesundheitszustand aus und hilft dabei, die belastende Behandlung besser zu verkraften und sich nach der Therapie schneller zu erholen.
Ob die Betroffenen gezielt Sport treiben oder einfach mehr Bewegung in ihren Alltag integrieren, ist dabei unwesentlich. Idealerweise besteht das Training aus einer Kombination von Ausdauer-, Kraft-, Koordinationstraining und Entspannungsübungen.

Regelmäßige Bewegung bringt eine Vielzahl positiver Effekte mit sich. Das Herz-Kreislauf-System wird trainiert, das Körpergewicht wird reguliert, Knochen und Muskulatur werden gekräftigt. Nebenwirkungen der Chemotherapie, wie Thrombose oder Polyneuropathie oder dem Erschöpfungssyndrom können durch Sport gezielt entgegen gewirkt werden.
Sport in der Gruppe fördert zusätzlich den Aufbau sozialer Kontakte und hilft, eine Struktur in den Tag zu bringen. Das Rehazentrum kerngesund! setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich Onkologie. In Kooperation mit dem Reha- und Sportverein Wetzlar e.V. werden spezielle Rehasportgruppen für den Bereich Onkologie angeboten.

Dass auch die Ernährungstherapie eine wichtige Rolle bei Krebserkrankungen spielt, ist unlängst bewiesen. Eine gute Vorbereitung im Vorfeld einer OP sowie eine Betreuung im Nachgang sind unumgänglich. Hierbei wird beispielsweise auf Energie- und Nährstoffbedarf sowie Anpassung der Ernährung an die jeweilige Erkrankung eingegangen, so dass eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht wird. Sowohl die Ernährungstherapie, als auch die Bewegungstherapie, bieten dem Patienten die Möglichkeit, selbstbestimmt etwas zu seiner Genesung beizutragen.

Neben unseren physiotherapeutischen Anwendungen wie Krankengymnastik oder Manuelle Lymphdrainage besteht die Möglichkeit, gezielt und sicher an Kraft- und Ausdauergeräten zu trainieren.
Seit Mai 2019 betreuen wir im Rahmen eines Pilotprojektes mit den Lahn-Dill-Kliniken Patienten des Darmzentrums. Hierbei werden begleitende Angebote rund um das Thema Ernährungstherapie und Bewegungstherapie an den Patienten vermittelt. Um eine optimale Versorgung der onkologischen Patienten zu erreichen, ist eine Ausweitung auf alle weiteren onkologischen Fachbereiche des Onkologischen Zentrums geplant.

Wir hoffen, mit diesem erweiterten Angebot unsere onkologischen Patienten bestmöglich versorgt zu wissen.

Über den Autor

Kathrin Bamberger
Kathrin Bamberger
Teamleitung Physiotherapie, Rehazentrum kerngesund!

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Aktuelle Ausgabe4/2019