Die Refluxkrankheit und ihre Folgen

20 Millionen Mal pro Jahr lautet die Diagnose in den Arztpraxen „Magenbeschwerden“ und 25% der Bevölkerung leiden mindestens 1 Mal pro Monat unter Sodbrennen.

Die Refluxkrankheit ist ein pathologisch gesteigerter Rückfluss des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre. Ursache ist oftmals ein gestörter Verschlussmechanismus des unteren Speiseröhrenschließmuskels. Etwa jeder fünfte Mensch in Deutschland ist davon betroffen. Patienten mit einer Refluxkrankheit leiden unter Sodbrennen, saurem Aufstoßen und Brennen im Rachen. Die Beschwerden verschlimmern sich oft nach dem Genuss voluminöser Speisen, säurehaltiger Lebensmittel und im Liegen.

Es bestehen konservative und operative Therapieoptionen und die gute Nachricht lautet: Die Refluxerkrankung kann behandelt werden!

Allgemeine Maßnahmen, wie z.B. nachts mit leicht erhöhtem Oberkörper und in Linksseitenlage zu schlafen sowie eine Umgestaltung der Ernährungsgewohnheiten und des Lebensstils führen bei vielen Betroffenen bereits zu einer deutlichen Linderung der Symptome. So sind körperliche Aktivitäten, der Verzicht auf Alkohol und Nikotin aber vor allem eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht besonders förderlich.

Eine medikamentöse Reflux-Behandlung hilft bei ca. 90 Prozent der Betroffenen. Sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI) gelten in der Reflux-Therapie als Medikament der ersten Wahl. Zu diesen Substanzen zählen beispielsweise Omeprazol oder Pantoprazol. Gegen eine übermäßige Magensäureproduktion kann außerdem der Einsatz weiterer magensäurereduzierender Medikamente (sogenannte Antazida) sinnvoll sein.

Wenn sich die Refluxkrankheit in einem sehr fortgeschrittenen Stadium befindet und sich nicht medikamentös behandeln lässt kann eine Operation notwendig werden. Dabei wird eine Manschette aus dem oberen Bereich des Magens gebildet und um das untere Ende der Speiseröhre gelegt und festgenäht. Die Manschette dient dabei als Stabilisator des Speiseröhrenschließmuskels.

Über den Autor

PD Dr. Ulrich Grandel
PD Dr. Ulrich Grandel
Teamchefarzt der Klinik für Innere Medizin
Asklepios Klinik Lich
Aktuelle Ausgabe4/2019